Ab sofort gibt's hier die

neuesten Stories

der Greenriver-Geschwister

Kimi (Okey-dokey Oakley)  und

Orla (Orla Opal)

denn wie sagt Kimis Frauchen Sabine so treffend: 

"So ein Greenriver platzt nicht nur vor lauter Energie, 

er produziert auch Anekdoten am laufenden Band!"

 

Dienstag, 19. November 2019: Es gibt Tage da wünscht' ich, ich wär mein Hund

Und wieder war Besuch da, der die Tür etwas zu lange offen liess, so dass meine feine Nase einen wunderbaren Geruch von draussen empfing und … weg war ich! Frauchen hat gerade Kaffee gekocht und die Stirn gerunzelt. Es goss in Strömen. Die Hälfte des Besuches machte sich auf, mich zu suchen (hatte aber natürlich nicht den Hauch einer Chance, mich zu finden). Frauchen setzte sich und trank erst mal Kaffee, bis sie die Stiefel und den Anorak anzog, um mich zu holen. Sie wähnte mich auf dem Kompost auf der anderen Seite des Baches. Nur, den Kompost gibt’s nicht mehr und so musste ich eine andere Gelegenheit suchen mich zu verpflegen, denn allmählich picknicken die Leute nicht mehr draussen, so dass ich auf dem Spaziergang zu wenige Köstlichkeiten aufspüren kann. Sie begann also zu pfeifen und meinen Namen zu rufen. Da stürmte die Frau, die mich vorher ängstlich hinter der Scheibe beobachtet hatte, aus dem Haus und schrie: „Das geht doch nicht, der Hund frisst unsere Lebensmittel!“ Frauchen, leicht konsterniert, fragte, was denn für „Lebensmittel“ und ob sie diese ersetzen könne. Doch es stellte sich heraus, dass ich lediglich den Abfallsack ausgeräumt und – aus ihrer Sicht – eine Sauerei gemacht hatte. Frauchen packte mich also, entschuldigte sich bestimmt hundert Mal und brachte kurz darauf einen neuen Abfallsack mit Kehrichtmarke und Blumenstrauss vorbei. Die Frau, die Hunde nicht mag, beruhigte sich daraufhin  wieder. „Wäre die Türe offen gewesen", meinte sie, "wäre der Hund womöglich noch rein gekommen…" Aber klar doch, und ich hätte mich artig vor den Kühlschrank gesetzt und gewartet, bis sie mir etwas gibt. 

Ich mag übrigens auch unseren Kehricht, und wenn sich die Gelegenheit bietet, verteile ich ihn im ganzen Haus, damit Mama Jamie, Kilda und die Katzen auch etwas davon haben. Vorzugsweise an Tagen, wo Frauchen nur eine kurze Mittagspause hat. Doch jetzt hat sie leider eine grosse Notiz an der Haustüre angebracht, damit sie nicht vergisst, den „Ghüder“ zu sichern, wenn sie weg geht.

Ich liebe es, draussen in unserem Garten zu sein. Ich schnuffle dann im Laub herum und suche die vergorenen Äpfel oder gucke Richtung Wald, ob da vielleicht ein Reh oder Fuchs oder zumindest eine Katze erscheint, die man anbellen könnte.  Es ist dunkel, kurz vor dem zu Bett gehen, Kilda und Mama sind schon längst drinnen und Frauchen ärgert sich, weil sie mich ständig rein holen muss, obwohl es 5 Grad minus ist. Dabei – und damit wären wir wieder beim Kühlschrank – wäre es doch so einfach, Frauchen (man beachte den Cartoon unten).

Das erinnert mich an den Song von Reinhard Mey „Es gibt Tage, da wünscht ich, ich wär mein Hund“. Er träumt im Lied davon, den Typen, die ihm stinken, Hose oder Rock zu zerreissen und sie in den Hintern zu beissen“ (was sein zahnärztlicher Befund nicht erlaubt), er ässe zwar unter dem Tisch, doch schlief‘ er noch in seinem Bett, und sparte ungeheuer, denn er zahlte nur noch Hundesteuer. Und er würde (zwangsläufig) am Bauch gekrault und könnte sich, statt dass ihn die Morgenhektik packt, sich nochmals zur Ruhe begeben.  Aber: Nur in einem ist er als Mensch besser dran, denn er ist der von beiden, der die Kühlschranktür allein aufmachen kann. Und den Momente geniesst er:  „Denn ich weiss, dann wünscht‘ mein Hund, er wäre ich.“ Dem ist leider nichts hinzu zu fügen.

 

Dienstag, 8. Oktober 2019: Von den Schwierigkeiten (einen Hund) zu fotographieren

Ich gebe zu, meinesgleichen zu fotografieren ist nicht ganz einfach. Insbesondere wenn wir in Bewegung sind, was ja häufig vorkommt, braucht es für gute Bilder fast immer den Profi. Und dann diese schwarze Farbe!  Wie Fotografinnen wie Beatrice Müller es schaffen, schwarze Hunde vor schwarzem Hintergrund in Szene zu setzen, wird uns immer ein Rätsel bleiben.  Wir bekommen ja fast täglich Hundebilder von den Zweibeinern der Greenrivers zugeschickt. Das begeistert uns, denn wie sollte diese Webseite Updates haben ohne all diese Fotos? Dann wären immer nur unsere eigenen, unvorteilhaften Bilder drauf, denn Frauchen, seien wir ehrlich, ist jetzt nicht gerade eine Koryphäe hinter der Kamera. Die meisten ihrer Handybilder kann man schreddern. Zwar hat sie auch eine kleine hübsche Kamera, mit vielen Funktionen, die sie aber nicht so recht versteht. Da heisst es zum Beispiel Premium  Auto PRO, Tageslicht-Leuchtstoffbeleuchtung, AF oder MF und wo ist jetzt schon wieder der

Controlpanel? Bis sie das alles herausgefunden hat und abdrücken könnte, sind Kilda und ich schon über alle Berge. Und so kommt es, dass der Apparat hauptsächlich bei den Hundebabies oder bei speziellen Gelegenheiten zum Einsatz kommt. Bis die Babies dann acht Wochen alt ist, hat sie es einigermassen im Griff … 

Aber sie hat festgestellt, dass sie nicht die Einzige ist, deren Bilder, sagen wir mal, nicht so optimal sind. Nicht selten sieht man auf zugestellten Bildern einfach irgendwo ein schwarzes oder braunes Wollknäuel. Ganz schlecht sind auch Aufnahmen gegen das Licht. Und dann fehlt mal da der Schwanz, dort die rechte Pfote oder das linke Ohr, oder gleich der halbe Hund.  Hunde sollte man auch nicht von oben fotographieren, sondern auch gleicher Augenhöhe, damit das Bild die Proportionen des Vierbeiners richtig zeigt. 

Die Handykameras haben ja ungemein Fortschritte gemacht, trotzdem sehen Fotos auf dem Mobil oft ganz toll aus, auf dem Computer aber sind sie verwackelt und unscharf. Manche Handykameraformat sind auch nicht kompatibel mit Frauchens altem Photoshop-Programm und sie muss dann reichlich Klimmzüge machen, um die Bilder auf die Webseite zu kriegen. Doch dank eben dieses Foto-Bearbeitungsprogrammes werden die meisten Bilder ganz passabel, meist langt es schon, den Hund ins Zentrum zu „setzen“ und das Bild aufzuhellen. Also bitte!!!! schickt uns weiterhin Eure Aufnahmen. Wir wollen nur erklären (bzw. eine Ausrede kreieren), weshalb es manchmal etwas dauert, bis Eure Fotos auf der Webseite sind. Abgesehen davon finden wir es eigentlich sympathisch, wenn die Bilder der Webseite unserer kleinen Zucht nicht perfekt sind. 

Übrigens sind auch nicht alle Zweibeiner fotogen. Frauchen fotografiert immer alle Welpen mit ihren neuen Familien, bevor sie uns verlassen. Erfahrungsgemäss braucht es pro „Shooting“ etwa zehn Aufnahmen, damit eine dabei ist, wo alle die Augen offen haben und nicht mit den Gliedmassen herumfuchteln und der Welpe (er ist die Hauptperson) etwas weniger belämmert in die Gegend schaut. Denn ihm stinkt das gewaltig, viel lieber möchte er herum rennen und schnuffeln als in die Kamera zu blicken. Dann gibt es allerdings die „Hartnäckigen“, da schaut auch nach 10 Fotos immer noch ein Familienmitglied in die Kamera, als ob jetzt dann gleich die Apokalypse über ihn/sie hereinbrechen würde, wenn dieser Hund mit nach Hause kommt. Frauchen hofft dann inständig, dass dies nur auf dem Foto so aussieht und nicht die wahren Gefühle widerspiegelt. Oder dann gibt es die „Profis“ wie jene Familie aus dem Berner Oberland. Papa, Mama, Tochter – stehen vor der Kamera wie Models die den ganzen Tag nichts anderes tun. Jedes Bild ein Knüller, bei der Auslese kommt die Qual der Wahl. 

Frauchen selber schaut übrigens bei jeder Aufnahme aus, als hätte sie gerade in eine Zitrone gebissen – also bei ihr langen 10 Aufnahmen definitiv nicht. Nebenan seht ihr noch ein kleines Bild, das mich auf die Idee zum heutigen Blog gebracht hat. Als typischer Flat sage ich Euch, es funktioniert! Wie man dann aber die Fettschicht vom Handy kriegt, weiss ich auch nicht, doch sollte man es glaub ich eher nicht in den Geschirrspüler stecken.

Freitag, 20. September 2019: Kacke mit Kompass und andere wissenschaftliche Untersuchungen

Neuerdings gehen wir immer mit dem Kompass auf den Spaziergang. Es ist nicht, dass Frauchen nicht weiss wo’s lang geht, obwohl ihr Orientierungssinn manchmal schon etwas gewöhnungsbedürftig ist, aber heim haben wir noch immer gefunden. Nein sie schaut auf die Ausrichtung die wir haben, wenn wir unser Geschäft erledigen. Wenn Sie nun denken, sie hätte allmählich eine Schraube locker, kann ich sie beruhigen. Es ist sozusagen ein wissenschaftliches Experiment. Und das kam so: Einmal mehr las Frauchen eine Kolumne. Diesmal von Ben Moor, seines Zeichens Professor für Astrophysik an der Uni Zürich. Dieser stellte fest, dass der (sein?) Labradoodle Bertie bei seinen Ausscheidungen stets nach Süden schaut. Und er (der Professor) fragt sich, ob sich der Hund vielleicht wohler fühlt, wenn er sich nach dem Magnetfeld der Erde ausrichtet. In der Zeitschrift „Frontiers in Zoology“ wurde 2013 nämlich eine entsprechende Studie publiziert. Untersucht wurden 70 Hunde auf ihre Ausrichtung in Körperachse, während diese insgesamt 1893-mal kackten und 5582-mal pinkelten. Dabei wurde eben diese Bevorzugung der Nord-Süd-Achse festgestellt. Allerdings weiss man bis heute nicht, weshalb das so ist bzw. ob dies wirklich mit dem Magnetfeld der Erde zu tun hat. Es würde sich dann vielleicht auch die Frage stellen, ob die Hunde der Muslime sich eher nach Osten ausrichten …? (aber haben Muslime überhaupt Hunde?).

Der Professor fragt sich dann übrigens weiter, ob Hunde auch so eine Art inneren Kompass besitzen, hört man doch Geschichten über Hunde, die hunderte von Kilometern von ihrem Zuhause zurück gelassen wurden  und Wochen später wieder heimkehrten (ich wäre garantiert so einer!). Aber er fragt sich weiter, ob die Wahrnehmung vielleicht verzerrt ist, weil womöglich Tausende von Hunden auf der Suche nach ihrem Zuhause nie dorthin zurück fänden (so eine wäre Kilda), und wir nur die schier unglaublichen Geschichten jener hören, die es tatsächlich geschafft haben. Dazu kann ich nur sagen, das Chipen von Hunden ist absolut gerechtfertigt.

Frauchen hat sich noch an eine andere wissenschaftliche Hunde-Untersuchung erinnert. Also wir Dogs müssen schon ein ungemein interessantes Forschungsobjekt sein. Da haben also Forscher in Triest 

die Geometrie des Wedelns angeschaut. Dabei haben sie festgestellt, dass ein Hundeschwanz bei Sympathie stärker nach rechts ausschlägt, während der Anblick böser Artgenossen linkslastig wirkt. Frauchen hat aber dann doch davon abgesehen, einen Winkelmesser auf den Spaziergang mitzunehmen, wohl auch darum, weil wir Gott sei Dank eher selten bösen Artgenossen begegnen. Wir sind sehr gespannt, was da für weitere Forschungen auf uns zukommen.

P.S. Nicht wissenschaftlich repräsentatives Ergebnis des obigen Tests bei 10 maliger Beobachtung pro Hund: Mama Jamie 5x Ausrichtung in Nord-Süd-Achse, Orla 7 ½ x in Nord-Süd (einmal habe ich mich während des Geschäftes von Nord-Süd auf West-Ost gedreht, weil von da gerade ein besonderer Duft herkam), Kilda 2x Ausrichtung Nord-Süd (kein Wunder, dass sie nicht Heim findet, wenn der innere Kompass fehlt!)-

 

 

Mittwoch 4. September 2019  JUST A DOG  -  NUR EIN HUND

Heute kann ich einmal nicht mit etwas aufwarten, dass auf meinem eigenen Mist gewachsen ist. Aber es ist sozusagen eine Ode an mich und meinesgleichen, die ich Ihnen nicht vorenthalten will, denn dieses Poem, sprich Gedicht, berührt die Herzen aller Frauchens und Herrchens. Es wird einem Richard A. Biby zugeschrieben, allerdings ist über diesen Autor nichts in Erfahrung zu bringen. Anyway, es ist einfach nur poetisch und wunderschön.  

                           JUST A DOG                       NUR EIN HUND

From time to time, people tell me, "lighten up, it's just a dog," or "that's a lot of money for just a dog." They don't understand the distance traveled, the time spent, or the costs involved for "just a dog."

Von Zeit zu Zeit sagen die Leute zu mir: „Nimm’s locker, es ist "nur ein Hund“, oder „das ist eine Menge Geld nur für einen Hund“. Sie verstehen den Weg nicht, den Du zurück gelegt hast, die verbrachte Zeit und die aufgewendeten Kosten für „nur für einen Hund“.

Some of my proudest moments have come about with "just a dog." Many hours have passed and my only company was "just a dog", but I did not once feel slighted.

Doch einige meiner stolzesten Momente hatte ich mit „nur einem Hund“. Während  vieler Stunden war meine einzige Gesellschaft „nur ein Hund“, aber ich fühlte mich nicht ein einziges Mal  ignoriert.

Some of my saddest moments have been brought about by "just a dog", and in those days of darkness, the gentle touch of "just a dog" gave me comfort and reason to overcome the day.

Manche meiner traurigsten Momente wurden von „nur einem Hund“ ausgelöst, und in diesen Tagen der Dunkelheit, gab mir die sanfte Berührung von „nur einem Hund“ Trost und ein Grund, den Tag zu bewältigen.

If you, too, think it's "just a dog", then you will probably understand phrases like "just a friend," "just a sunrise," or "just a promise".

Wenn sie auch denken, es ist „nur ein Hund“ dann verstehen sie wahrscheinlich Sätze wie „nur ein Freund“, „nur ein Sonnenaufgang“ oder „nur ein Versprechen“.

"Just a dog" brings into my life the very essence of friendship, trust, and pure and unbridled joy.

"Just a dog" brings out the compassion and patience that makes me a better person.

Nur ein Hund“ bringt das wahre Wesen der Freundschaft, Vertrauen und reine, grenzenlose Freude in mein Leben.

Nur ein Hund“ hat das Mitgefühl und die Geduld die mich zu einem besseren Menschen machen.

Because of "just a dog", I will rise early, take long walks and look longingly to the future. So for me and folks like me, it's not "just a dog" but an embodiment of all the hopes and dreams of the future, the fond memories of the past, and the pure joy of the moment.

Denn nur wegen „eines Hundes“ stehe ich früher auf, mache lange Spaziergänge und blicke zuversichtlich in die Zukunft. So ist es für mich und Leute wie mich nicht „nur ein Hund“ sondern der Inbegriff aller Hoffnungen und Zukunftsträume, die liebevollen Erinnerungen an die Vergangenheit und die echte Freude des Augenblicks.

Just a dog“ brings out what`s good in me and diverts my thoughts away from myself and the worries of the day.

Nur ein Hund“ bringt das Gute in mir zum Vorschein, zerstreut meine Gedanken und hält die Sorgen des Alltags von mir fern 

I hope that someday they can understand that it's not "just a dog", but the thing that gives me humanity and keeps me from being "just a man or just a woman." So the next time you hear the phrase "just a dog", just smile, because they "just don't understand."

Ich hoffe, dass sie eines Tages verstehen können. Dass es nicht „nur ein Hund“ ist, sondern derjenige, der mich zum Menschen macht und davon abhält „nur ein Mann oder nur eine Frau“ zu sein. Das nächste Mal wenn sie den Satz hören „nur ein Hund“, lächeln sie einfach, denn „die“ verstehen es einfach nicht.

 

Sonntag 18. August 2019: Die neue Freiheit eines canem ludens

Ein Morgen ohne Frühstück! Kenner unseres Blogs wissen, dass dies für mich ein absolutes No-Go ist! Nicht mal einen vom Baum gefallenen Apfel hat sie mir gegönnt! Mama und Kilda durften auf den Spaziergang, mich hat sie in die Tierklinik gebracht. Erinnerungen an den Februar vor zwei Jahren werden wach, als sie mich in der Tierklinik dieses Handyman-Doktors alleine liess. Werde ich wieder mit so einem depperten Halskragen aufwachen oder noch schlimmer in einem dieser grässlich grünen Pyjamas? Schon entwickelte ich provisorisch Strategien, wie ich diese dann wieder los werden könnte. Aber als ich erwachte waren da keine Halskrause und kein grüner Body, nur zwei kleine Löcher und ein Pflaster auf meinem Bauch. Sie holte mich auch vor Mittag wieder ab. 

Dann gab sie mir ein Sauohr. Aber – wer glaubt’s denn – ich frass es nicht! War ich einfach noch zu groggy und zu benebelt, spielte mir mein ausgezeichneter Geruchsinn einen Streich oder war mir einfach noch übel von der Narkose? Ich glaube, das ist das erste Mal in 6 Jahren, dass du Dein Schweineohr nicht frisst, meinte Frauchen. Kilda beobachtete mich aus den Augenwinkeln, sofort bereit zu „erben“ falls ich das Ohr liegen lassen. Aber Frauchen  hat es dann wieder weggenommen. Das „Zmorge“, das jetzt eigentlich ein „Zmittag“ war, hab ich aber nach einigem Zögern gefressen. 

Ich hatte eine laparoskopische Ovarektomie (heisst es auf der Rechnung des Tierarztes). Du bist jetzt kastriert, sagt Frauchen. Echt jetzt? Nicht mehr läufig, keine Babies mehr? Nein, kein Rüde mehr an deinem Hintern. Na ja also das mit den Rüden fand ich gar  nicht so übel … Und keine Scheinträchtigkeit mehr! Jippie! Ihr könnt Euch ja gar nicht vorstellen wie das ist, ein halbes Jahr lang frustriert und deprimiert durch die Gegend zu laufen, nichts interessiert dich (ausser fressen), nichts macht Spass. Doch jetzt bin ich ständig wie während des anderen halben Jahres: Ein canem ludens (immer noch kein Altphilologe, hab aber ein wenig in Frauchens alten Lateinbüchern vom Gymi geschmökert, und canem ludens tönt doch so „gescheit“, wie in Frauchens Lieblingskolumne von Katja Früh im Tages-Anzeiger Magazin, die von homo ludens schreibt).  Am Nachmittag fuhr Frauchen mit Kilda alleine weg. Hab mich schon gefragt, ob die jetzt auch mit einem Pflaster auf dem Bauch heimkommt. Aber Kilda  soll ja noch Babies bekommen. Dann werde ich mich entspannt zurück lehnen und keinen Pfoten rühren für meine Grossnichten und –neffen, so viel steht fest! Frauchen und Kilda waren alleine spazieren. Kilda hatte plötzlich ein bisschen Angst vor anderen Hunden, weil ich nicht da war, sie zu beschützen (dafür ist sie im Wald auch nicht abgehauen ohne mich). Am Abend ging es mir schon viel besser und ich frass das Sauohr dann doch noch und am nächsten Morgen war ich schon wieder tiptop „zwäg“, musst jedoch trotzdem an der Leine bleiben. Aber immerhin, kein „Gstältli“. Jetzt beginnt also ein Leben in einer neuen Freiheit!

P.S. Orla hat zu diesem Zeitpunkt noch nicht gemerkt, dass sie ab sofort nur noch 2/3 ihres Futters bekommen wird. Das wird ihr wahrscheinlich nicht so gefallen …

 

 

Mittwoch, 24. Juli 2019: Katzenjammer während der Hundstage bei einer Affenhitze

Es ist Katzenjammer angesagt. Alle Welpen sind nun in ihrem neuen Zuhause Wenn Sie jetzt aber denken, dass Frauchen den grossen Blues hat, weil die Kleinen ausgezogen sind, muss ich sie leider enttäuschen. Welpenbesucher haben ja jeweils das Gefühl, es müsse furchtbar schwer sein für Frauchen, sich von den süssen Babies zu trennen. Aber die sind ja auch nicht hier, wenn die Rackers hier morgens um halb vier ramba zamba machen oder am Morgen wegen Durchfall alles voll gesch… ist und die braven Kinderchen die ganzen Gummidichtungen des Fensters in mundgerechte Stücke zerlegt haben.  

Nein Katzenjammer ist wegen des Aufräumens: Welpengeräte müssen geputzt, repariert, neu lackiert und versorgt werden, der Boden im Welpenzimmer geschrubbt, Stofftierchen gewaschen, Welpengehege muss entfernt werden und Löcher gestopft. Hauptsächlich die im Garten! Dazu hat Frauchen im Gartencenter dieses Paket gekauft. Ich habe allerdings meine Zweifel, ob das bei dieser Affenhitze und Trockenheit funktioniert. Aber sie wollte ja nicht auf mich hören. Hätte sie meine Wurfhöhle nicht zugeschüttet, hätten die „Scouts“ da graben können und der Rasen sähe nicht aus, als ob da eine Bombe eingeschlagen hätte. Egal, Wimbeldon ist ja jetzt vorbei. Nun die Hundstage haben auch ihr Gutes: All das Geputzte trocknet schnell und gründlich und kann im Nu wieder verstaut werden und dann haben wir wieder Zeit für anderes, zum Beispiel für einen Schwumm in der Aare. Herrlich!!!!

 

 

Dienstag, 16. Juli 2019: Der typische, ideale Welpenkäufer

Ist der typische Welpenkäufer auch der ideale oder umgekehrt? Schwierige Frage… Frauchen hat in 20 Jahren Zucht doch schon einiges erlebt. Da war zum Beispiel die Frau Doktor Oggenfuss* , eine Psychiaterin. Dreimal kam sie vorbei, nahm alle Unterlagen mit, bis sie merkte, dass sie in ihrem Haus gar keinen Hund halten darf. Oder der Frischrentner aus der Romandie, der den Hund nach einem halben Jahr einfach weiter gab, was Frauchen aber erst zwei Monate später erfuhr (unter der lakonischen Bemerkung „der Hund hat sich bei  uns gelangweilt“!!!!) und etliche Klimmzüge machen musste um zu erfahren, wo der Hund denn nun ist. Dann stieg sie ins Auto, fuhr an den Genfersee um zu schauen, ob es der Hündin am neuen Platz gut geht. Oder da war die allein stehende Frau Brönimann* , die sich ein halbes Jahr später in einen Bauern verliebte, der wollte in seinem „sauberen Bauernhaushalt“ keinen „Edelhund“ (schon gar keiner, der sich im Mist wälzt). Der Hund musste weg - und zog das grosse Los! Bei den Theilers* war er zuerst völlig verstört, doch dann begann er Vertrauen zu fassen. Frau Theiler fing an  intensive mit ihm zu arbeiten, macht sogar Prüfungen mit ihm und er blühte auf und zeigte seinen vollen „will to please“. Oder dann sind da die Müllers* , leben in einer wunderschönen Wohnung mit Ausblick über die Stadt. Sie brachten Frauchen beim Abholen des Welpen ein Fläschchen von diesem Chanel-Zeugs. Dabei ist das alte „Güterli“ beinahe leer und ich habe schon gehofft, diesen grauenhaften Geruch nicht mehr in die Nase zu bekommen. Aber ich habe gleich gedacht, die müssen einen an der Waffel haben, wenn sie sogar zwei meiner „Racker-Söhne“ bei sich aufnehmen. Aber Frauchen ist begeistert… Oder die Meiers* : Frau Meier rief an und fragte „was muss ich machen, dass ich von ihnen einen Hund bekomme?“ Sie hatten zwei kleine Kinder. Frauchen ist eigentlich bis dahin der Meinung gewesen, das jüngste Kind sollte im Kindergarten sein, wenn der Welpe einzieht. Aber die Eltern hatten so einen tollen Umgang mit den Kindern, dass sie eine Ausnahme machte. Das jüngere Kind hatte mächtig Angst vor dem Hund, doch als wir sie ein halbes Jahr später beim Welpentreffen wieder sahen, marschierte der kleine Kerl furchtlos durch all die vielen grossen und stürmischen Flatcoats – von Angst keine Spur mehr. Wie wunderbar, wenn Kinder mit einem Hund aufwachsen können.

Ja es sind im Verlaufe der Jahre viele Leute hier vorbei gekommen, manche wollten ihren Kindern als Sonntagsvergnügen nur mal süsse Welpen zeigen (als ob wir ein Streichel-Zoo wären), andere hatten sich noch nicht entschieden, ob sie nun einen Deutschen Schäferhund, eine französische Bulldogge oder einen Chihuahua wollten, und da sie nicht wussten, wie ein Flat aussieht, kamen sie mal eben kurz vorbei (könnte ja sein, dass der auch in Frage kommt). Die Kinder hatten grad Ferien, da passte es. Aber nach den zwei Wochen Ferien muss man dann natürlich wieder voll zur Arbeit. Bis dahin wird der Welpe wohl stubenrein sein und 5 Stunden alleine bleiben können. Und wir wollen dann auch mal mit ihm Welpen haben, damit die Kinder sehen, wie das ist.

Ja es gab diverse Leute, da passte es einfach nicht, und sie erhielten kein Greenriver-Puppy.

Doch es steht noch immer die  Frage nach dem idealen Welpenkäufer: Sein Herz schlägt für genau diese Rasse! Er nimmt sich Zeit für den Hund, bildet ihn aus, erzieht ihn, ist ihm Freund und Meister zugleich. Der Hund ist (fast) immer mit dabei, ein vollwertiges Familienmitglied. Und wichtig ist nicht das „Designerbettchen“ (eine simple Wolldecke tut’s auch), sondern dass der Hund  mitten im Geschehen ist.  Er informiert sich, stellt dem Züchter Fragen, aber seine erste Frage ist nicht, „was kostet der Hund?“ Und es gibt ihn – Gott sei Dank  immer häufiger - der Hundemensch, der sich wohl überlegt einen Welpen nach Hause holt und ihm ein Zuhause gibt.

* Alle Namen sind geändert

 

 

 

Samstag 29. Juni 2019: Kranke Zweibeiner versus robuste Vierbeiner

Zuerst hatten es meine Kleinen: Gastroenteritis  heisst das auf lateinisch (sorry, natürlich griechisch! bin nicht so der Altphilologe). Da tönt es etwas weniger dramatisch als „Brech-Durchfall“. Es war diesmal wirklich ziemlich übel. Doch als wir die Welpen endlich über dem Berg hatten, pendelte Frauchen die ganze Nacht zwischen Bett und stillem Örtchen hin und her. Was mir gar nicht passte, denn ich schlafe gerne da, weil dort die Bodenplatten so schön kühl sind, was man in diesen Tropennächten durchaus vertragen kann. Frauchen aber wickelte sich in eine Decke (36° im Schatten) und fror. Sie ass nichts, was mir noch weniger passte, denn dann fiel auch nichts für mich ab. Der Morgenspaziergang war auffällig kurz (dabei ist die Hitze am Morgen noch am erträglichsten) und in der Hälfte musste sie sich auf eine Bank setzen, weil ihr schwindlig war. Sie schrieb herzzereissende SMS an Tante Brigitte und Bruno. Was aber ausser ein wenig Trost nicht viel brachte, denn die eine ist fernab  in Schottland und der andere noch ferner ab in Japan. Also schlug sie sich durch den Tag, mehrheitlich horizontal. Da es so heiss ist, hat das aber niemanden wirklich gestört, was will man bei den genannten 36° schon anderes machen als chillen. Aber ohne Bauchschmerzen ist das definitiv angenehmer. Nun ja, es kam wie es kommen musste, dank der Pharmaindustrie war sie bald wieder einigermassen hergestellt und es langte sogar am Nachmittag für einen kleinen Badespaziergang für Kilda und mich. Mama Jamie, Kilda und mir geht es übrigens prächtig: Keine Magenkäfer, keine Darmparasiten, keinen Lebensmittelhusten, keinen Dünnpfiff – wir sind eben echt robust!

 

Sonntag 10. Juni 2019: Von architektonischen Beanstandungen und blockierten Küchentüren

Ui, da habe ich doch glatt die Geburt meiner Nichten und Neffen verpasst! Ganz herzliche Gratulation an Orla! Hast auch schon einen leicht grauen Schnauz, altes Mädchen! Und Hey, das ist nicht böse gemeint, ich muss mir das regelmässig von meinen Zweibeinern anhören. Und dabei haben die erstens bedauernswert wenig Fell und das ist zweitens sowas von grau!

Während Orla mächtig zu tun hatte, war es recht öde bei mir. Das Wetter war unter aller S.. und hat mir total die gute Laune verdorben. Dieser Wind! Der Regen! Beides zusammen! Ich mochte nicht mal die Nase zur Balkontüre rausstrecken. Heute übrigens auch nicht. So mag ich's gar nicht.

Meine Zweibeinerin hat natürlich ein mächtig schlechtes Gewissen, weil sie so lange nichts über mich geschrieben hat, aber sie sagt, ich sei so brav und so lieb, das gebe eben nicht viel her. So ein Schmarren.

En bisschen wahr ist es schon, wir hatten eine sehr entspannte Zeit und mir wurde sehr viel gesagt, wie lieb und brav und schön ich sei.

Aber, und es gibt immer ein Aber, architektonisch gab es Beanstandungen.

Mein Zweibeiner beklagte sich neulich darüber, dass ich den Kücheneingang blockiere und wenn er sich ein Haus bauen würde, dann hätte es drei Türen in die Küche.

Ich meine: es war schlechtes Wetter und was bleibt einem Hund anders übrig, als die strategisch wichtigste Stelle zu besetzen und trotzdem zu schlafen?

Ich hätte ja auch einige Sachen, die hundetechnisch zu verbessern wären.

Nur so eine kleine Auswahl: keine Türchen der Küchenschränke, ein offener Kühlschrank wäre auch nett. Und warum nicht gleich weg mit dem Gartenzaun? Und ja, der Garten sollte auch bebuddelt werden dürfen.

Ich denke, meine Wunschliste wäre um einiges länger, als die meiner Zweibeiner!

Keine zernagten Schuhe! Keine zerbissenen Socken! Keine geklauten Würste vom Tisch!

Die wissen gar nicht, wie gut sie es mit mir haben!

Aber das lässt sich richten. Sobald der Leinenzwag vorüber ist, komme ich wieder zu den gegüllten Stellen in den Wiesen!

 

30. Mai 2019: Meine Erziehung trägt Früchte und Wurfhöhlen sind nicht mehr up to date

Meine Erziehung von Kilda trägt langsam Früchte. Musste ich meine beiden letzten Würfe ganz alleine aufziehen, ist sie mir nun eine grosse Hilfe. Sie putzt meinen Kleinen den Hintern, tröstet sie, wenn sie wimmern und klein Patty durfte sogar an ihren Zitzen nuckeln, obwohl dort gar keine Milch fliesst (glaub ich jedenfalls). Ist vielleicht so eine Art Nuggi (Schnuller) für Patty.

 

Frauchen sitzt auch oft mit mir in der Wurfkiste. Sie liest dann in ihrem Buch. Zurzeit ist es ein alter Schunken, Es muss nicht immer Kaviar sein, (Kaviar oder nicht - ist mir einerlei). Wenigstens kriege ich nun genug zu futtern, muss schliesslich 10 Babies versorgen.

 

Vor der Geburt habe ich im Garten eine Wurfhöhle gegraben. Frauchen hat es erst gar nicht gemerkt und sich nur gefragt, weshalb ich nun schon wieder so dreckige Pfoten habe. Als sich die Geburt dann ankündigte, hat sie gesehen, wo ich hin wollte. Orla, hat sie gesagt, in der zivilisierten modernen Zeit der domestizierten Hunde sind Wurfhöhlen nicht mehr zeitgemäss, dafür gibt es kuschelige Wurfkisten im Trockenen. Zugegeben, am Tag nach der Geburt hat es in Strömen geschüttet, da war es mir doch wohler in der Kiste als in der Höhle.

Dann hat sie die Wufhöhle zugeschüttet und abgesperrt. Aber Frauchen, können wir sie nicht trotzdem behalten? Wir könnten mit den Kleinen doch einen Outdoor-Event machen (ist modern und zeitgemäss), sozusagen ein Pfadilager für Welpen? Aber sie hatte kein Musikgehör und fand, der Welpenspielplatz in vier Wochen sei Outdoor-Event genug und die Welpen müssten das buddeln nicht lernen, das käme von selbst, denn unser Wimbeldon- Rasen wird voller Löcher sein, wenn die Babies ausziehen.

Nun anyway, die Kleinen entwickeln sich prächtig (kommen ganz nach der Mama ;-D), bald öffnen sie die Augen und bald werden sie ihren Outdoor-Spielplatz einweihen können und ihre eigenen Höhlen graben.

 

21. April 2019: Doggy-Schlaraffenland und SJW-Heftchen Nr. 814

Kürzlich hat Frauchen mal wieder von Disneyland in Kalifornien geschwärmt, von dem sie total begeistert war. Das war vor 35 Jahren (und sie war schon da kein Kind mehr …!). Heute gibt es ja hunderte von Freizeitparks, aber kein „Doggyland“. Das müsste noch erfunden werden, finde ich. Ich stelle mir vor, dass es da jene Spielsachen gibt und Kinder (erwachsene oder andere), die den ganzen Tag mit einem spielen und einen das Fell kraulen, wilde Tiere, die man verfolgen könnte, tolle Badeteiche; und dann Würstchen, die wie Spargeln aus dem Boden wachsen, geräucherte Sauohren die an Bäumen wachsen und Grünflächen, voll mit getrockneten Pansen! Du meinst ein Schlaraffenland? fragt Frauchen, hast Du etwa das  SJW-Heft aus meiner Primarschulzeit gelesen? Wenn Sie, werte Leserin, werter Leser (noch) wissen, was SJW-Heftli sind, gehören sie wohl der reiferen Generation an. Diese Heftchen (einst 1930 ins Leben gerufen, um der „Schundliteratur“, sprich Comic,  vorzubeugen) waren einst der grosse Renner und wurden alljährlich für 70 Rappen den Schulkindern verkauft. (Es gibt sie übrigens immer noch). Das Heftchen Nr. 814 aus dem Jahre 1965 „Die Reise ins Schlaraffenland“ hat Frauchen im Keller gefunden, den sie kürzlich entrümpelt hat. Drei Autos bis zum Dach gefüllt mit Müll haben sie und Bruno  in die EntsorgBar gefahren. Der Keller ist jetzt fast leer und Frauchen total erledigt. Nostalgie oder nicht, sie hat es (noch) nicht geschafft die SJW-Heftchen wegzuwerfen.

Aber, sagt Frauchen, bevor man ins Schlaraffenland kommt, muss man sich erst durch eine hohe Mauer von Reisbrei fressen, erst dann gibt es all die Leckereien.  Na und, wo ist denn da das Problem? Ich träume zurzeit wieder Tag und Nacht vom Essen (vor allem von demjenigen, das mir vorenthalten wird!!!), weil ich trächtig bin. Da gibt es bei uns nichts zu entrümpeln – unter uns gesagt, ich würde alles nehmen, auch wenn das Datum schon zwei Jahre abgelaufen wäre … Also sachdienliche Mitteilungen an mich, falls Sie von einem Doggy-Schlaraffenland wissen. Heute Morgen habe ich es (fast) gefunden: Der ganze Kinderspielplatz auf unserem Morgenspaziergang war komplett zugemüllt mir Esswaren und Schnaps von der gestrigen Party der Jugendlichen (wahrscheinlich die Gleichen, die gegen Klimawandel und Umwelt demonstrieren). Aber Frauchen liess mich leider nicht ins Schlaraffenland …

31. März 2019: Von der unselige Zeitumstellung und dem unseligen Leinenzwang

Es ist wieder Sommerzeit und Frauchen steht schlaftrunken in der Küche und sagt kein Wort, bevor sie nicht einen starken Kaffee getrunken hat. Nicht dass ich etwas dagegen hätte, das Frühstück eine Stunde früher zu bekommen, aber nachher könnte ich ein erneutes Nickerchen vertragen (und danach nochmals ein Frühstück). Aber nichts da, im Dunkeln müssen wir auf den Spaziergang, die bereits „eingemotteten“ Leuchthalsbänder tun wieder ihren Dienst.

Ehrlich gesagt finde ich die Umstellung auf Winterzeit viel schlimmer, denn dann kommt das Frühstück eine Stunde später. Ich stupse dann Frauchen, die länger im Bett bleiben will, jeweils mit meiner nassen Nase an und lecke ihr das Gesicht ab. Manchmal hilft es und sie steht auf. Ist besonders effektiv, wenn Kilda noch aufs Bett springt und auf ihr herum trampelt.

 

Endlich ist die Läufigkeit vorbei, aber schon ist bei uns wieder Leinenzwang im Wald und – wo immer der Kanton in seinem Computersystem “ Wald“ ausweist – auch wenn da kein einziger Baum steht und es nicht ersichtlich ist, weshalb hier angeleint werden muss. Dabei weiche ich im Moment (trächtig oder scheinträchtig?) nur vom Weg ab, wenn mir was Fressbares in die Nase steigt. Und das ist wieder oft der Fall, denn – unselig zum Dritten – die Littering-Zeit hat dank des schönen, milden Wetters auch bereits wieder begonnen. Kein Wunder, dass Frauchen darüber nachdenkt, den Sommer nach ihrer Pensionierung in Schottland zu verbringen – trotz Hasen. 

Dort  interessiert es niemanden, ob der Hund angeleint ist oder nicht. Aber bei uns gibt es bald kaum mehr eine Möglichkeit nach Herzenslust herum zu rennen. Im Landwirtschaftsgebiet motzen die Bauern, an der Aare halten die Naturschützer den Finger hoch. Bleibt nur zu hoffen, dass die vier Monate schnell vorbei gehen, die Setzzeit vorüber ist, die Felder abgemäht, die Bodenbrüter in Afrika und die Naturschützer in ihren warmen Stuben bleiben.

 

 

21. März 2019: Nachtrag zur Hasenjagd und ein Lover zum Geburtstag

Eines Morgens früh stieg Tante Brigitte wieder in ihren englischen Flitzer und fuhr zurück nach Schottland (was ich sehr bedauerte, weil ich immer ihre Ohren lecken durfte). Die Gelbwesten waren diesmal kein Hindernis, aber der schottische Schnee. Tante Brigitte, die lange in den Bergen des Engadins gelebt hat und mit dem weissen Zeug vertraut ist, dachte natürlich, dass es für sie ein leichtes sei, auch bei Schneegestöber durchs Glencoe zu fahren. Aber sie hatte nicht mit den Briten gerechnet, die mit diesen Wetterverhältnissen nicht wirklich umzugehen wissen und für deren Autos Winterausrüstung ein Fremdwort ist. Diese schlitterten herum und bauten Unfälle, so dass meiner lieben Tante schliesslich nur ein langer Umweg blieb und sie mit 4 Stunden Verspätung endlich zu Hause ankam. Darauf schrieb sie mir eine SMS: Liebe Orla, es hat keine Hasen mehr, alle sind tot. Gut, dass du vorher noch da warst. Tot? Na also an mir lag das definitiv nicht! Die Hasen waren alle krank, hatten Myxomatose, eine Viruserkrankung, die sind apathisch und schliesslich blind werden lässt. Kein Wunder haben wir einen gekriegt! Zu dritt an der Leine kamen wir um die Hausecke und das blöde Vieh rannte einfach nicht weg.

Dann haben wir uns alle drei um den Hasen gezankt und Frauchen hat voll die Krise geschoben. Aber das hat ihn auch nicht wieder lebendig gemacht.

Also keine Hasen mehr in Schottland! Aber wie die Natur so ist, es brauchen bloss zwei zu überleben, dann wird schon im nächsten Jahr im Park "unserer" Cottage wieder „full House“ sein. Ich bin jedenfalls guten Mutes, dass es wieder welche gibt, wenn ich zum nächsten Mal nach Schottland fahre. 

Ich bin wieder läufig und ich weiss schon, was es bedeutet, wenn Frauchen dann alleine mit mir wegfährt. Und so war es auch: Malek ist so ein Süsser! Er hat mir die Ohren geleckt, ein richtiger Charmeur, und er hat seine Sache picco bello gemacht, wie ein alter Hase (womit wir wieder bei den Karnickeln wären), obwohl er noch gar nicht so viel Erfahrung hat. Aber manche sind halt ein Naturtalent. Er war schon überall, sogar in San Marino und Budapest. Und überall hat er bei den Hundeausstellungen mächtig abgeräumt. Ich war schwer beeindruckt! 

Wir sind dann nochmals hingefahren, doch schien die Fahrt bereits kurz nach der Autobahnauffahrt zu Ende zu sein.  Ein Lastwagen fuhr nämlich in das Auto vor uns und es hat einen ziemlichen „Bumsera“ gegeben. Frauchen musste der Polizei telefonieren, denn der alte Mann im PW hatte kein Handy und der Lastwagenchauffeur auch nicht. Zum Glück nur Sachschaden. Erst hab ich gar nicht mitbekommen, was passiert ist. Ich dachte schon wir sind da: Malek, Malek, wo bist Du? Ich komme! Aber da kam schon die Polizei mit Blaulicht und Frauchen musste elend lange Auskunft geben, bis wir meine Liebesreise endlich fortsetzen konnten. Den Stau am Gubrist hatten wir da noch vor uns.

Nun ja wir haben es geschafft und nun gilt es abzuwarten, ob denn die Liebelei Früchte getragen hat. Und wenn nicht, ist es nicht so schlimm, denn Malek und ich hatten mächtig Spass. Frauchen, das war wirklich ein tolles Geburtstagsgeschenk, das Du mir da gemacht hast.

 

19. Januar 2019: Up and away

Die hasenlosen Spaziergänge stinken mir gewaltig. Doch dann hat sich mir eine unerwartete Gelegenheit geboten. Am Morgen früh, es war noch dunkel, hat Frauchen das Fenster geöffnet, um frische Luft herein zu lassen. Das Fenster ist fast ebenerdig und natürlich hat sie einen Stuhl davor gestellt, was aber kein Hindernis war. Frauchen hat Tee und Kaffee gekocht und Zeitung gelesen, so dass wir unbemerkt abhauen konnten. Kilda hat sich mir natürlich sofort angeschlossen. Und auf ging‘s durch den Park auf Hasenjagd. Frauchen hat überhaupt nichts gemerkt und das Fenster wieder geschlossen.

Erst als sie uns 20 Minuten später für den Morgenspaziergang bereit machen wollte, stellte sie fest, dass nur noch Mama Jamie da war. Zunächst hat sie uns überall in der Cottage gesucht bis es ihr dämmerte, was da passiert war. Sie stürmte raus, uns zu suchen, doch bevor sie in Panik verfallen konnte, standen wir auf Doppelpfiff sofort wieder da, die Zunge sozusagen am Boden. 20 Minuten herum rennen gehen selbst an Jung-Kilda nicht spurlos vorüber. Zum Glück hat das in der Dunkelheit niemand gesehen! Auf dem Spaziergang waren wir dann beide auffallend langsam und groggy. Wir haben die letzten Reste aus dem Caledonian-Canal getrunken. Der ist nämlich jetzt fast leer, weil sie für Wartungsarbeiten alles Wasser abgelassen haben – ein ungewöhnlicher Anblick. Tags darauf waren wir an einem langen Strand an der Nordseeküste (ohne Hasen) und wir konnten herum rennen und im Sand buddeln, was uns mächtig gefallen hat. Einen weiteren Tag später hatte es über Nacht geschneit und kein einziger Hase sass mehr vor der Cottage, haben wohl alle ans „Fudi“ gefroren und blieben in ihrem Bau – so was von langweilig.

Unsere Zeit hier in Schottland ist nun schon bald wieder vorbei und Ende nächster Woche müssen wir wieder für die lange Reise packen. Ob die Stabilo-Boss-Westen wohl auch diesmal in Calais demonstrieren? Jedenfalls haben die Gelbwestenproteste auch ihr Gutes. Die haben nämlich in Frankreich 60% aller Radarfallen zerstört und diese werden  so bald sicher nicht geflickt, so dass Frauchen und Tante Brigitte dann auf dem Weg vom Ärmelkanal bis zur Schweiz ordentlich Gas geben können. Und ich? Nun eigentlich freue ich mich wieder auf unseren Garten, meine Freundin Easy, auf meine Katzen Macy und Brandy, die ich so lange nicht gesehen habe, und vor allem darauf, dass ich kein „Gstältli“ mehr anziehen muss, denn das hasse ich noch mehr als hasenfreie Spaziergänge.

 

2. Januar 2019:  Christmas and Hogmanay in Scottland

Es war eine lange Fahrt bis ans Loch Ness in Schottland wo wir nicht nur Weihnachten und Silvester sondern insgesamt 6 Wochen Ferien verbringen. Früh morgens, es war noch dunkel starteten wir bereits mit einem ungewöhnlichen Auto, dessen Steuerrad rechts ist – total britisch eben! Frankreich war eine echte Herausforderung. Nicht nur weil die Fahrt über Strassburg, Colmar, Metz und Reims so unsagbar langweilig ist, sondern weil – nach 8 Stunden Fahrt, die Zugänge zum Kanaltunnel von der Polizei blockiert waren, denn überall protestierten Menschen in überaus hässlichen Stabilo-Boss-farbenen Westen. Von einem  détour-Schild keine Spur, die Gendarmen liessen sich nicht blicken. Und so irrten Tante Brigitte und Frauchen durch Calais, ohne eine Ahnung zu haben, wo sie eigentlich waren, während die Uhr tickte und der Zug, auf dem wir gebucht waren, bestimmt nicht warten würde … 

Sie sahen sich schon die Nacht im Stau verbringen und mit drei Hunden an der Leine am Rande der Autobahn bei strömendem Regen Gassi gehen. Ich dagegen befürchtete, dass es kein Abendessen geben würde, wenn wir da nicht voran kommen würden. Nun ja, Mary hat uns gerettet und auf wunderbare Weise zu einem anderen  Zugang zum Tunnel de la manche geführt. Mary ist die Stimme im GPS von Tante Brigitte – und ausnahmsweise haben die Zweibeiner (wohl aus lauter Verzweiflung) einmal auf sie gehört! So kamen wir dann rechtzeitig, wenn auch bei typisch britisch schlechtem Wetter, in Grossbritannien an.

Die weitere Fahrt verlief dann zum Glück ohne Hindernisse und so kamen wir nach 2 ½ Tagen in unserem Häuschen am Loch Ness an und wurden auch gleich entschädigt mit plenty of rabbits all over. Kilda und ich waren nicht mehr zu sprechen, wir jagten den Hasen nach und hatten einen Mordsspass. Frauchen allerdings weniger und nach drei Tagen hat es ihr den Hut gelupft und sie befand unsere Jagerei sei nun endgültig zu beenden. Von da an gab es nur noch megalangweilige ohne-Hasen-Spaziergänge oder wir mussten an „Gstältli“ und Leine.

Entschädigt wurden wir durch reichlich fressbare Geschenke unter einem echten Christbaum – der erste, den wir je hatten!  Natürlich hat Kilda gleich zu Beginn mit dem Schwanz eine Kugel runter gewedelt und Frauchen hat die Christbaum-Schokolädchen extra hoch ausser Reichweite gehängt, aber es war sehr feierlich mit viel Lametta und Kerzen. Und feinem Essen. 

Das beste zum Schluss: Es hat bisher kaum geregnet! Wurden wir letztes Jahr in Schottland jeden Tag nass, ist dieses Jahr ein echter Glücksfall.

 

19. November 2018: Von Heliosowieso und homöopathisch lächerlichen Futterportionen

Wie im Blog von Orla geschrieben, war ich krank. Nicht bis heute, aber es zog sich recht lange hin. Aber jetzt, meine lieben Schwestern und Brüder, bin ich wieder voll fit!

Ich musste erbrechen, was ja nicht so schlimm ist, manchmal macht Hund das einfach und manchmal, wenn es passt und man nicht erwischt wird, dann kann Hund sich darüber her machen. Bei mir klappte das nicht, war auch meistens nur Wasser. Ich wurde dann zum Tierarzt gezerrt, ich sage euch, ich geh' ja gern zum Tierarzt, aber dieses Mal war es doch recht übertrieben. Von oben nach unten und zurück wurde ich untersucht, geröntgt und gescannt. Nein, nein, nur ein Witzchen, war nur ein Ultraschall.

Die Kurzfassung: es waren Helicobacter und mit Antibiotika ratzfatz kuriert.

Aber! Die gaben mir völlig ödes Fressen! Keine Gutis! Es war zum Heulen!

Als meinem Zweibeiner der Kragen platzte und er endlich die Medikamente einforderte, fand sogar meine Zweibeinerin, dass ich nun viiiel zu dünn sei! Das war echt eine Überraschung für mich, sonst meckert sie bloss an meiner Figur und am Zweibeiner herum, weil er mir angeblich zu viele Gutis gibt.

Das Gute an der Geschichte ist, dass sich kulinarisch einiges geändert hat. Die Zweibeinerin kocht fast nur noch für uns drei, also was auf den doofen, hohen Tisch kommt, ist auch für mich geeignet. Und sie kocht feines Fleisch für mich, dass sie, in homöopathisch lächerlich knausrigen Portionen über mein Futter streut. Immerhin.

Gutis gibt's auch wieder und letzthin fand die Zweibeinerin, ich hätte den alten Rekord punkto Taillenumfang gebrochen. Aber sie ist so froh, dass es mir wieder gut geht, ich glaube, es ist ihr ganz recht, dass ich wieder ganz ihr "alter" Kimi bin!

  16. September 2018: Ach du heilige Kuhsch... oder braun hinter den Ohren

Das Beste an diesem Sommer war, dass man nicht Rasen mähen musste und das Zweitbeste, dass wegen des trockenen Wetters das Pfoten putzen kaum nötig war, sagt Frauchen. Dem zweiten würde ich durchaus zustimmen, wer lässt sich schon gerne die Pfoten putzen, doch kann man Pfoten reinigen ja auch durch Ganzkörperwäsche ersetzen. 

Weil Kilda läufig ist, müssen wir wieder Spaziergänge suchen, wo es nicht so viele männliche Verehrer hat und so kam es, dass wir durch die Rebberge spazierten. Ich an der Schlepplein, denn der Wald ist immer nahe und die Versuchung gross ...  Kilda mit GPS-Halsband ausgerüstet. Doch dann passierte es: Frauchen  schaut etwas zu 

lange auf das Handy-GPS-App und Kilda wälzt sich prompt in frischem Kuhdung. Sie bekleckert sich so gründlich, dass der GPS-Tracker am Halsband zugepflastert ist mit Kuhkacke, ein Wunder, er funktionierte trotzdem noch  (also sozusagen ein Kuhscheisse-sicheres System). Jedenfalls hatte sie wunderbaren Stallgeruch. Brave Kilda, sie ist eine gute Schülerin und ich habe ihr das perfekt beigebracht, ich bin richtig stolz auf mich. Als Kilda zurück kam schüttelte sie sich und - o Schreck - nun waren Frauchens Hose und Shirt mit braunen Flecken überzogen und - o, o - sie hatte das Kuhparfum sogar im Gesicht. Uiii, ich würde nicht gerade sagen, sie hatte einen Tobsuchtsanfall aber weit weg davon war's nicht. Zuhause gab es dann mit dem Gartenschlauch die Ganzkörperwäsche mit Verveine-Orangen-Geruch (igitt). Ich hatte schon Angst Frauchen würde sie nun noch mit "Chanel Nr. sowieso" besprühen. Aber der Kuhgeruch war dann offenbar - im Vergleich zu Fuchsscheisse - zu wenig nachhaltig, oder das Zweibeiner-Parfum zu teuer für solche Gelegenheiten. Nun unsere Parfums sind wenigstens gratis!. Trotzdem wurde Kilda lange geschrubbt, denn der Kuhdung war schon eingetrocknet.

Am nächsten Morgen lässt mich Kilda an ihren Ohren schnuppern. "Ein bisschen Kuhparfum ist mir geblieben", sagt sie voll Stolz. Kilda ist nun  also nicht mehr grün hinter den Ohren, sondern braun.

 

10. September 2018: Leuchtizeit mit Schäferhund

Langsam wird es Herbst und die Storen können tagsüber wieder oben bleiben. Der Ventilator wurde wieder aus dem Schlafzimmer verbannt und Frauchen geht es bei den kühleren Temperaturen wesentlich besser. Mama und mir übrigens auch, nur Kilda konnte die Hitze nichts anhaben. Kirschen und Zwetschgensaison sind vorbei, aber es hat jetzt reichlich Äpfel im Garten und Kilda und ich machen es uns gemütlich unter den Bäumen und fressen die herunter gepurzelten Früchte samt Würmern. 

Kilda ist jetzt erstmals läufig und hat genauso Kohldampf wie ich.

Und es ist wieder Leuchtizeit. Das heisst, dass es auf manchen Morgenspaziergängen so dunkel ist dass wir die Leuchthalsbänder anziehen müssen, damit Frauchen sieht, wo wir sind. Ich bin grün, Kilda gelb und Mama Jamie orange.

Manchmal begegnen wir am Morgen einem Jogger mit Schäferhund. Der Hund ist immer an der kurzen Leine straff geführt. Er knurrt jedes Mal gefährlich  und sagt uns, dass mit ihm nicht gut Kirschen (oder Äpfel) essen ist. Er soll schon die Ohren verschiedener Artgenossen „gelocht“ haben. Der Jogger macht eine genauso grimmige Miene und auf ein freundliches „Guten Morgen“ antwortet er nicht. Wir hatten etwas Bedauern mit unserem Artgenossen, weil der doch nie von der Leine darf. Kein Wunder ist er ständig mies gelaunt. 

Doch diesen Sommer joggte der Mann plötzlich ohne Hund und grüsste auf einmal. Frauchen wagte natürlich nicht zu fragen, was denn mit dem Hund ist, aber man befürchtet in so Situationen ja immer das Schlimmste. Doch  dann, letzte Woche, kamen sie wieder zu zweit, und es trug sich folgendes zu: Wir alle drei an der Leine, Frauchen, beschäftigt mit unseren Hinterlassenschaften, Robidog-Säckchen und Taschenlampe. Da taucht unser Lieblingsrüde Miston auf. Wir reissen uns alle drei los um unseren Freund ausgiebig zu begrüssen. Frauchen flucht ein bisschen und da stehen sie, der Jogger und sein Schäfer. Frauchen dreht innerlich im roten Bereich und hofft inständig, dass es Kilda nicht in den Sinn kommt, den Schäfer abzuschlabbern. Doch der Jogger wartet in gegebenem Abstand und lacht (er lacht tatsächlich!!! Zum ersten Mal!)  und sagt:“ Alles halb so wild, nur kein Stress.“ Kilda blieb bei Miston, der ist ja auch zu geduldig. Nix passiert! Tja manchmal sind die Menschen doch ganz anders als man denkt und Hunde vielleicht auch. 

P.S. Wir wünschen von hier aus unserem gesundheitlich etwas angeschlagenen Bruder Kimi gute Besserung und hoffen auf einen neuen Blogeintrag von ihm.

 

27. Juli 2018: Mit dem GPS-Halsband auf den Gotthard

Die Hitze macht uns hier langsam zu schaffen. Nur Kilda scheint immun gegen die hohen Temperaturen. Der Ausflug auf den Gotthard war also mehr als willkommen. Frauchen und Tante Brigitte kennen einen tollen Ort mit kleinem See, wo sonst kein Mensch ist und sich nur die Murmeltiere gute Nacht sagen. Die haben sich dann auch sofort zugepfiffen und sind verschwunden als wir uns aufmachten sie zu suchen. Frauchen war gewappnet und hat das nigel nagel neue GPS-Halsband, mitgenommen. Das hat dann Kilda verpasst bekommen, weil sie herum geflitzt ist, während ich sehr bald gemerkt habe, dass es da nichts zu jagen gibt und bei den Zweibeinern und Mama Jamie blieb und hoffte, dass vom Mittagspicknick etwas für mich abfallen würde. Frauchen hat also jetzt so eine App auf dem Handy, da kann sie verfolgen, wo Kilda gerade ist. Allerdings nützt die beste Karte nichts, wenn es nirgendwo einen Weg oder eine Strasse gibt, anhand der man sich orientieren könnte.

Aber man kann das Ganze ja auch umstellen auf Satellitenaufnahme, also sozusagen ein Luftbild des Ortes, wo man gerade ist. Eigentlich eine feine Sache, das Dumme ist nur, dass das Luftbild vom Winter war und man Kilda somit im imaginären Schnee herum flitzen sah. Das könnte man zwar bei der Hitze gut vertragen, aber eben .... Kildas roter Weg über die Schneehügel sah auf dem Display des Handys fast aus wie ein Gemälde von Wassily Kandinsky. Sie ist also total künstlerisch begabt! Doch auch Kilda hat sich dann irgendwann beruhigt, nicht zuletzt weil sie einen Knochen von einer Gämse (oder so) gefunden hat, an dem sie dann leidenschaftlich herum nagte. Das Wasser im See war übrigens gar nicht so kalt. Auch Frauchen und Tante Brigitte wateten hinein durch hunderte Kaulquappen hindurch (ob die Frösche da überhaupt erwachsen werden, bevor der nächste Winter kommt?) und kühlten die Beine ab. Jedenfalls bis Tante Brigitte ausrutschte und vollkommen durchnässt war.  Sie musste Hosen und Shirt ausziehen und im Wind trocknen lassen. Aus Pietätsgründen haben wir davon kein Bild gemacht.  Die Hitzewelle scheint in den nächsten Tagen nicht abebben zu wollen, wir wären also bereit für den nächsten Ausflug in den imaginären Schnee, jedenfalls in die Berge ...

 

 

17. Juli 2018: Superpunkte sammeln!

Ja, meine lieben Schwestern und Brüder und natürlich sind auch alle Nichten und Neffen, Cousinen und Cousins gemeint, es ist eine herrliche Zeit mit herrlichen Düften und Säften in denen unsereins sich wälzen kann.

Nach der öligen Pfütze habe ich mich zurückgehalten, was auch damit zu tun hat, dass meine Zweibeinerin ein bisschen besser aufgepasst hat. Eigentlich mag sie es mir gönnen, weil sie lässt mich durchaus. Ich mag es sehr mich im Sägemehl zu wälzen und sie mag das auch, also gewälzt hat sie sich noch nie darin, aber sie mag den Geruch. Laub und Wiesen geht auch und wenn ich Glück habe, sieht sie das besondere Etwas nicht oder eben zu spät.

So wie neulich. Da sagte sie: so geht das nicht, dieses Mal musst du unter die Dusche.

Das war nicht lustig, denn sie seifte mich von Kopf bis Rute ein und nahm sich extra viel Zeit!

Sie war dann sehr von mir angetan, weil ich stocksteif alles über mich ergehen liess und erst noch mit Schütteln wartete, bis sie mich einmal abgetrocknet hatte.

Dann waren sie, also meine beiden Zweibeiner, voll begeistert, weil ich anscheinend ein mega glänzendes Fell habe und sagten den Rest des Tages, was für ein schöner Hund ich sei. Als ob mich das interessiert. Aber! Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Thema: es geht darum Credits zu sammeln. Ja, meine Schwestern und Brüder!

Bonuspunkte!

Meine Punkte in letzter Zeit waren:

- stoisch hinhalten unter der Dusche und nachher nicht gleich schütteln.

- als meine Zweibeierin die Einkaufstaschen ins Haus trug, marschierte die rote Nachbarskatze vor meiner Nase durch, ich konnte nicht widerstehen und MUSSTE einfach hinterher: aber nur bis zu ihrer Haustüre. Da bin ich brav umgekehrt und zu den Einkaufstaschen zurück, nur um dann die graue Nachbarskatze, der Bruder der Roten, vor der Nase zu haben. Ich finde, ich muss beide gleich behandeln, ist nur fair, oder?

Also auch hinter ihm her, dieses Mal ins Sonnenblumenfeld. Also der Kater. Ich habe brav abgestoppt und bin zur Zweibeinerin. Ein bisschen hinterhergerufen hat sie schon, aber nicht so richtig und als ich wieder neben ihr stand war sie mächtig stolz. Das war dann DAS Thema an diesem Tag. Supercredit.

- wenn's klingelt, dann geht die Post ab! Ich LIEBE Besuch!

Die Zweibeiberin schickt mich dann auf den Balkon, ist ok, wenigstens sehe ich was kommt. Aber dieses Mal blieb keine Zeit um mich auszusperren und sie sagte ihre berühmten Worte: schön Sitz und warten. Ok, mach ich mal.

Sie war schon durcheinander, weil sie sich nicht durch den Türspalt quetschen musste, weil ich mich sonst mit ihr zusammen durchdrücke und als sie wieder rein kommt und ich immer noch an der gleichen Stelle sitze, ist sie so was von hin und weg! Das waren ganz sicher Super-Superpunkte!

Und wenn ich dann mal wieder etwas mache, das für uns so total lässig und normal ist, das aber die Zweibeiner aus unerklärlichen Gründen nicht so finden, dann können sie sich die gesammelten Punkte vorstellen und dann sagen sie: aber weisst du noch, er war neulich doch soooo brav!

 

 

24. Juni 2018: Von Schlafmützen am Strand, "Blüttlern" und einem eleganten Fräulein

Wir gehen immer zeitig auf den Spaziergang. Die Sonne geht ja schon um halb sechs auf und da ist es um halb sieben noch schön kühl und hat noch nicht so viele Leute unterwegs. Wir treffen höchstens einen Jogger oder unsere Hundefreunde Uno, Tyson oder Miston, mit denen wir dann eine Runde drehen.

Heute Morgen fanden Kilda und ich einen mumifizierten Fisch. Zuerst haben wir uns ordentlich darin gewälzt, danach wollten wir ihn fressen, was Frauchen aber verhindert hat in dem sie ihn weit weg warf. 

Auf der kleinen Aareinsel gibt es inzwischen ein "Begehungsverbot". Trotzdem lagen dort zwei übernächtigte Zweibeiner und schliefen im Schlafsack am Sandstrand. Es roch wunderbar von den Überresten des nächtlichen Gelages, so dass Kilda und ich uns gleich auf den Weg machten, die Reste weg zu putzen. Ordnung muss sein. Frauchen um Mama Jamie blieben derweilen auf der anderen Seite. In ihrer unbegrenzten Freundlichkeit gegenüber Zweibeinern hat Kilda dann noch einen abgeschlabbert. Okay, der war jetzt wach (und das Gesicht auch schon gewaschen). Selber schuld, wen man im Naturschutzgebiet verbotenerweise übernachtet. Hätten ja auch Wölfe sein können oder Bären oder Hyänen ... Wir machten uns also schleunigst aus dem Staube, nicht ohne einen kleinen Umweg zur Fischmumie, die wir nun doch noch frassen.

 

Da erinnere ich mich an eine Anekdote. Frauchen und ich waren vor einigen Jahren auf eben dieser Insel unterwegs (da gab es noch kein Begehungsverbot); ich war damals etwa so alt wie Kilda jetzt. Was Frauchen nicht wusste, die Insel ist auch ein Paradies für männliche "Blüttler" - sprich Nudisten. Plötzlich tauchte also so ein "füdliblutter" Typ hinter dem Busch auf. Frauchen musste dreimal leer schlucken. Ich in meiner Begeisterung für Zweibeiner sofort zu ihm. Dreimal dürft ihr raten, welcher Körperteil mich wohl am meisten anzog um daran zu schnuppern. Frauchen war peinlich berührt, der Typ nahm es aber sportlich, er mochte Hunde. Doch seither waren wir nur noch bei Regen und im Winter auf der Insel unterwegs. Die "Blüttler" sind im Sommer immer noch auf der Insel. Aber die Naturschützer und die Polizei wollen sich wohl nicht die Füsse nass machen und rüber waten (oder getrauen sich nicht?), um das Begehungsverbot durch zu setzen und Bussen zu verteilen. Die gehen nur auf die Frauen (Betonung auf weibliche Mitglieder der Gesellschaft) mit den frei laufenden Hunden los. Das muss auch mal gesagt sein :-D!

 

Kilda musste am Tag vor der Aarerunde auf die Hundeausstellung. Der österreichische Richter aus Graz war sehr angetan von ihr und nannte sie ein "elegantes Fräulein" (tssss, warum nicht gleich küss die Hand, bzw. die Pfote gnädiges Fräulein?). Ob der das wohl auch gesagt hätte, wenn er Kildas heutiges Fischparfüm gerochen hätte? Aber ich mag es Kilda von Herzen gönnen.  Sie musste vor der Ausstellung immer wieder das Posen und Traben mit Frauchen üben. Und ich bin heidenfroh, dass mir das erspart bleibt und ich da nicht hin muss.

 

17. Juni 2018: Schlaf wandeln und Chriesiziit

Seit einiger Zeit wandle ich im Schlaf. Ich habe Parasomnie! Ich stehe auf, gehe ein bisschen im Zimmer herum und lande dann auf Frauchens Bett, den Kopf auf dem Teil des Kissens, den sie grad nicht benutzt. Sobald sie Anstalten macht zu erwachen, bin ich sofort wieder unten. Leider hat Kilda nun auch angefangen im Schlaf zu wandeln. Aber sie macht es derart ungeschickt, dass sie immer auf Frauchen drauf liegt, weswegen diese natürlich sofort erwacht und uns alle beide runter schmeisst. Auf Frauchens Bett klettern ist bei uns nämlich nicht erlaubt, eigentlich. Nur Mama Jamie darf, wenn sie sich beim Gewitter fürchtet.

Ausser dass Kilda nicht weiss, wie man richtig Schlaf wandelt, ist sie ein ganz probater Junghund geworden. Sie gehorcht mir auf's Wort und ist überall da, wo ich bin. Ich hab ihr beigebracht, dass man (fast) alles essen kann und sich wunderbar auf dem Spaziergang parfümieren. Nur manchmal, wenn Frauchen aus den Augen und zu weit weg ist, bekommt sie Schiss und rennt zurück. Hab ich natürlich nicht nötig. Ich rieche Frauchen mit meiner exzellenten Nase sogar ohne dieses Chanel No5-Zeugs 10 Meter gegen den Winde und finde sie immer.

Es ist wieder Kirschenzeit. Der grosse Kirschbaum im Garten ist graglet voll (über voll) mit Kirschen und unser Nachbar Roger hat die Bäume im Winter so toll geschnitten, dass die Äste mit den Früchten nun bis zum Boden reichen und man sich bequem (sogar im Liegen) bedienen kann. Das ist vielleicht ein Fest für uns Hunde. Leider bekommt Kilda davon den Türligiger (aus dem Schweizerdeutschen übersetzt:  Durchfall) was Frauchen nicht so toll findet. Aber Roger und Bruno haben erklärt, sie hätten Kirschen nur gerne in flüssiger Form oder als Kirschtorte, so dass es mehr als genügend Chriesi  hat und Frauchen froh sein sollte, wenn die nicht am Baum verfaulen. Und ja: auch die schönste Kirschensaison geht bald einmal zu Ende, wer will uns also diesen Spass vergönnen.

21. Mai 2018: Bettmümpfeli und andere Leckereien

Mich gibt es noch und es geht mir gut, wobei ich schon anmerken muss, dass es immer zu wenig Fressen gibt, zu wenig Leckerlis, zu kurze Spaziergänge. Die Leckerlis, die meine Zweibeinerin kauft, die sind an der Grenze zum Unsichtbaren! Und die Grossen zerschneidet sie!

Ich mag ja meine Zweibeinerin, aber beim Fressen halt ich mich lieber an den Zweibeiner. Wir haben da einen eingespielten Ablauf.

Wenn es eindunkelt, geht meine Zweibeinerin nochmals mit mir nach draussen, das passt ganz gut, denn sie hetzt mich nicht sondern lauscht gerne eine Weile den Vögeln. Dann geht sie ins Bett und ich entspanne eine Runde. Ich wechsle gerne den Schlafplatz, vom Bett auf den Boden, dann auf mein eigenes Bett- das andere muss ich mit ihr teilen, wenigstens solange es dunkel ist.

Wenn ich mich dann genug ausgeruht habe, hole ich meinen Zweibeiner zum Kühlschrank. Wir probieren dann allerlei Sachen und dann geht es nochmals nach draussen. Und dann gibt es noch ein Bettmümpfeli.

Inzwischen könnte ich gut auf die frühe Runde im Garten verzichten, ich würde mich mit dem Treffen in der Küche begnügen und lieber später nochmals raus. Dann riecht es im Garten noch besser, weil auch noch andere Tiere durch mein Revier streifen.

Aber nun noch dies: wir hatten doch Geburtstag, danke, war nett, und dann gibt es immer diese Betonung auf das Alter. Erst hiess es, jö, jetzt bist du schon ein Jahr alt!

Dann, oh, bist du aber ein Grosse, schon drei Jahre alt, so richtig am erwachsen werden! Und jetzt? Sie haben sich zwar gefreut und es gab fast anständig viele Gutis, aber über mein Alter waren sie dieses Mal nicht begeistert. Schon fünf Jahre alt!

Schon!

Meine Zweibeinerin hat mich doch allen Ernstes gefragt, ob ich lieber Wimperntusche oder Schuhwichse für die grauen Barthaare möchte!

Aber ich zahle es ihr gründlich heim auf unseren Spaziergängen: ich gebe ein zackiges Tempo vor, damit sie jedes Mal merkt, wer hier auf dem absteigenden Ast ist!

 

20. Mai 2018: Abschied

Als wir aus dem Auto ausstiegen und entlang der Aare spazierten haben wir es schon gesehen. Auf der Brücke standen zwei alte Männer und leerten den Inhalt eines Behälters in die Aare. Der feine Staub verteilte sich auf dem Wasser und floss weiter, immer weiter - vielleicht bis in die Nordsee. Frauchen sagte "Guten Morgen", aber es war kein guter Morgen für die beiden Männer und es würde vielleicht noch lange dauern, bis ein Morgen wieder einmal "gut" sein würde. Der eine alte Mann schluchzte. Ich stellte mir vor, dass dies die Asche seines Hundes war, ein Sennenhund vielleicht, der ihn über viele Jahr begleitet hat. Ein Hund, der es genoss, in der Aare zu baden und genauso gerne an seinen Ufern herumstreunte wie ich. Ein Hund, der bei ihm war in guten und in schlechten Zeiten, der feinfühlig war und sofort merkte, wenn es ihm nicht so gut ging und dann den Kopf auf seine Knie legte und sich kraulen liess. Ein Hund, der ihn überall hin begleitet hat. Das Alter des Mannes lässt vermuten, dass dies wohl sein letzter Hund war. 

Frauchen schluckte und hatte Tränen in den Augen. Dieser letzte Gang ist immer der schwerste. Alle haben es schon erlebt und es zerreisst einem jedes Mal fast das Herz. Und unweigerlich stellt man sich die Frage wann wird es bei mir, bei uns wieder so weit sein? Dabei kann der Tod so freundlich sein. Freundlich wie bei Nala, die abends einschlief und am Morgen nicht mehr erwachte. Sie sah so friedlich aus, aber wir haben geheult wie die Schlosshunde. 

Vielleicht war es nicht die Asche seines Hundes, die sich auf dem Weg machte zum Rhein, vielleicht war es die Asche seiner Frau, die besonders gerne an der Aare spazierte und sich wünschte, dass ihre Überreste dort verstreut werden. Für Hundeleute macht dies keinen Unterschied - jemanden zu verlieren und zu wissen, dass es endgültig ist, ist genauso schwer, egal ob zwei oder vier Beine.   

Ich stupse Frauchen an "hey, wir sind alle noch da" und klettere schnell auf den Baumstamm, damit ich ein Leckerchen kriege, was Kilda mir sofort nachmacht. Mama Jamie wartet daneben, sie weiss, auch ohne Kletterei gibt es ein Guetzli für sie. Jetzt lächelt Frauchen wieder.

 

17. April 2018: Im Stadtcafé

Ab und zu hat Frauchen das Gefühl, ich müsse mal wieder mit ihr in die Stadt. „Stadtluft macht frei“ sagt sie und lächelt. Was soll denn bitte dieser „Mittelalter-Scheiss“? Ich fühle mich alles andere als frei, ich muss dann immer das „Gstältli“ (Brustgeschirr) anziehen, und das hasse ich. Und ohne Leine geht gar nicht. Aber ich gebe zu, die Gerüche in der Stadt sind inspirierend: Falafel, Hotdog, Hamburger, Schinkenbrote, Pizza in allen Variationen. Und dann die vielen Tauben: Es macht einfach Spass sie aufzuscheuchen. Zum Glück war Montag, da sind viele Geschäfte geschlossen und Frauchen kommt nicht auf die Idee shoppen zu gehen, denn  das würde bedeuten, dass ich immer lange warten muss. Wir fuhren also mit dem Bus in die Stadt. Zuerst waren wir auf der Bank, das ging ganz fix, danach im Schoko-Laden etwas besorgen für Tante Brigitte (was natürlich nur ein Vorwand ist, denn Frauchen ist ein schokoholic und kauft immer mal Pralinen in genau diesem Laden). Ich musste draussen warten und hab ein bisschen geflennt. Manchmal kommen dann die Verkäuferinnen raus und haben Bedauern und bringen ein Hundeguetzli. Hat aber nicht geklappt, muss nächstes Mal Kilda mitnehmen, Welpen sind da effektiver. Als Frauchen raus kam begann es zu regnen. Ist nur ein kleiner Schauer, murmelte sie, ist sicher gleich vorbei; und wir warteten eine Weile unter dem Dach. Ging aber nicht vorbei und so flüchteten Frauchen und ich ins Café. Ich fläzte mich unter den Tisch und Frauchen bestellte Kaffee. Sofort wurde sie in Beschlag genommen von einer älteren Dame mit Rollator. Im Körbchen sass ein dreimonatiger Chihuahua. Hab ihm nur einen verächtlichen Blick zugeworfen – das ist doch kein Artgenosse! Also bitte, da ist ja meine Katze Macy grösser und die hat nicht so einen komischen Kopf. Überhaupt gab es auffällig viele Menschen mit Rollator dort. Und die kannten sich alle: „Hallo Kari“, „Wie geht´s Maya, was macht die Gicht“, „Tschüss Rosmarie, bis morgen“ …  Ich glaube die sind jeden Tag da, was mich an Udo Jürgens Lied „Aber bitte mit Sahne“ erinnert, „Sie treffen sich täglich um viertel nach drei, am Stammtisch im Eck in der Konditorei“ … Sie sprachen viel vom Wetter „Er hat ja gesagt, dass es heute regnen wird“ sagte die Frau mit Sahnehäubchen über den Lippen. „Aber er hat auch gesagt, dass es am Donnerstag 25° warm wird“ meinte Kari mit dem Liqueurglas  neben der Kaffeetasse.  Ich weiss nicht wer „er“ ist (der liebe Gott?) oder haben Radiomoderatoren so viele Kompetenzen? 

Am Nachbarstisch sass ein Grossvater mit seinem Enkel. Der schleppte ständig Bilderbücher an und der Opa musste sie ihm dann vorlesen. Ich muss nämlich beifügen, dass das Café in einer Buchhandlung ist. Ich finde Frauchen könnte das auch machen, mir was vorlesen. Ich dachte an „Der moderne Jagdhund – Tipps für die Niederwildjagd“. Frauchen wird langsam nervös. Nach dem dritten Kaffee giesst es in Strömen. Sie hat mal wieder – ihr ahnt es schon – nicht auf das Wetterapp geschaut und weder Anorak noch Schirm dabei. Sie stellt um auf Prosecco. Was aber auch nicht hilft (weder beruhigt sie sich noch hört es auf zu regnen). Wenigstens kriege ich ein Salzguetzli, die gibt es nämlich zum Prosecco gratis. Inzwischen sind wir schon fast eine Stunde zu spät dran. Es hilft nichts, noch einen letzten Blick in den Bücherladen (aber natürlich lässt sie die Jagdbücher aus) und wir sind draussen und bald klitschnass. Wenigstens fährt der Bus pünktlich. Und – wie das Leben so spielt – kaum fährt der Bus los, hört es auf zu regnen. Also ich hab´s jetzt wieder für eine Weile gesehen, das mit der Stadt mein ich!

 

23. März 2018: Die Kinder meiner Schwester

Im Dezember durfte ich ein paar Tage zu meiner Freundin Mara in die Ferien, das war wie immer super. Als ich nach Hause kam, hat mich meine sonst so friedfertige Schwester Ruby ganz schön „angegiftelt“. Ich wollte grad wieder zur Türe raus und zurück zu Mara. Das „Gemautze“ im Hintergrund erklärte dann den Sinneswandel meiner Schwester: Die Babies waren da! Danach bin ich sofort zur Wurfkiste gerannt und habe die süssen Kleinen bestaunt. Ruby liess mich dann auch in die Wurfkiste rein und einen Augenblick lang – scheinträchtig wie ich war – habe ich mir tatsächlich überlegt, hier „Mutterpflichten“ zu übernehmen. Aber ich habe mich dann doch eines Besseren besonnen und die Babies in Ruhe gelassen. Ruby war zufrieden und hat die ganze Arbeit alleine gemacht. Als es dann im Januar endlich soweit war, dass die Kleinen in den Garten hätten gehen können und sie schon sehnsüchtig am Fenster standen und rausschauten, kamen zunächst die grossen Stürme, Burglind und so, und danach sintflutartige Regenfälle, die den ganzen Welpenspielplatz unter Wasser setzten. Frauchen war etwas verzweifelt. Schliesslich besann sich dann auch der Wettergott eines Besseren und die Babies konnten endlich nach draussen. Aber es regnete immer mal wieder und der Matsch war unbeschreiblich.  Manchmal sah es so aus, als ob ein Schlammstrom durchs Welpenzimmer geflossen wäre und Frauchen und die Welpennanny Karin kamen kaum nach mit Putzen. Ich hatte es nicht so mit den Welpen, ich spiele lieber mit Gypsy. Aber Gypsy fand sie ganz toll und alle rannten immer hinter ihr her.

Schliesslich kam Ende Februar der Tag, an dem einmal mehr eines nach dem andern abgeholt wurde. Dann war nur noch eines da. Ich motzte die Kleine immer mal wieder gehörig an, damit sie weiss, dass sie hier nichts zu melden hat und sowieso bald fort muss. Sie zollte mir Respekt, war aber nicht sonderlich beeindruckt. Und: Sie blieb einfach da. Frauchen begann sie Kilda zu nennen und sie durfte nun aus dem Welpenzimmer ausziehen. Tja und da ist sie immer noch. Sie findet mich megatoll und läuft mir immer nach. Ich finde sie nicht ganz so toll, fauche aber jetzt nicht mehr und manchmal spiele ich sogar ein bisschen mit ihr. Vielleicht wird sie ja ein ganz toller Hund …  wir werden sehen. Wenn es Wasser hat, planscht sie da wie verrückt herum und ging sogar schon schwimmen. Na also das hat sie sicher nicht von mir. Ich meine ich finde baden ja auch toll ... aber bitte, bei diesen Temperaturen ...brrrr! Das hat sie definitiv von ihrer Mama Ruby. Meine verrückte Schwester badet auch bei Lufttemperaturen  zwischen -10 und + 40°.  Und Kilda frisst gerne Sch... dreck. Das tönt schon eher nach mir. Aber wenn ich mich recht besinne haben die allermeisten Flats diese tolle Eigenschaft. Unverständlich, dass Frauchen dieses Talent nicht gouttiert.

Burglind und Co fand ich übrigens super. Endlich wurde der Waldspaziergang wieder so richtig spannend. Wir kraxelten über umgestürzte Bäume und mussten neue Wege suchen - ganz so wie es mir gefällt. Der Winter ist dieses Jahr wirklich besonders hartnäckig  was erklärt, weshalb mein Bruder Kimi keinen Beitrag schreibt in unseren Blog, denn sein Frauchen fällt im Winter nach eigenen Aussagen in Kältestarre. Auch mein Frauchen findet Schnee und Kälte langsam überflüssig. Die Grippe hat sie erwischt und ich war heilfroh, dass sie aufstand und mir trotzdem zu meinem 5. Geburtstag einen richtig leckeren Geburtstagsteller macht. Also jetzt muss es Frühling werden, nicht dass der Osterhase noch den Allerwertesten abfriert und mir kein Ei bringt.

16. Januar 2018: Winterschlaf der Zweibeiner

Nur damit das klar ist: an mir hat's nicht gelegen, dass so lange nichts von mir im Blog erschienen ist!

Seit die Temperaturen endlich in angenehme Bereiche gesunken sind, hat sich meine Zweibeinerin nach drinnen verkrochen und macht so einen halben Winterschlaf.

Und auch mir hat das Wetter nicht immer gepasst, geradezu eine Frechheit war diese Stürmerei, ich mag es gar nicht, wenn es mir in die Ohren bläst!

Aber es gab auch tollen Schnee! Da wurde auch meine Zweibeinerin wieder wach und hat mit mir schöne, freie Flächen gesucht. Es macht Spass die Nase ins Laub zu stecken und darunter herum zu suchen, aber im Schnee zu schnüffeln ist doppelt interessant.

Und ich liebe es, mich darauf zu rollen!

Ich weiss ja nicht, wie es bei Euch so ist, aber meine Zweibeiner müssen sich nach den Spaziergängen mit mir immer bis ins kleinste Detail erzählen, was ich gemacht oder nicht gemacht habe. Sie gehen ganz selten zusammen mit mir und sie haben schon gesagt, es sei, als hätten sie zwei Hunde, so anders verhalte ich mich mit dem jeweilig anderen Zweibeiner. So ein Quatsch.

Ich wäre ja ein ganz doofer Hund, wenn ich so beschränkt wäre, meine Zweibeiner gleich zu behandeln. Es ist schon das hässliche Wort "Manipulation" gefallen, dabei ist es doch nur erfolgsversprechend eingesetztes Einfühlungsvermögen!

 

3. Dezember 2017: Tante in spe

Frauchen hat wieder die Wurfkiste aufgestellt. Ich habe das misstrauisch beäugt und war überhaupt nicht "amused". Nein, nicht schon wieder - ich meine die sind ja süss, die kleinen Rackers - aber auch mega anstrengend! Ich hab an mir runter geschaut. Gut, ich habe schon ziemlichen Kohldampf, aber so fett wie ich letztes Mal war, als sie die Kiste aufstellte, bin ich definitiv nicht. Und dann kann ich mich auch gar nicht erinnern, dass ich da einen Lover getroffen hätte. Es wird doch nicht mit der Katze geklappt haben (ich übe bei der Läufigkeit immer ein bisschen mit ihr) ... aber nein, das gäbe ja seltsame Welpen. Und dann mein Fell: endlich ist es wieder richtig dicht und meine Rute ist ordentlich bewimpert. Soll das alles schon wieder vorbei sein? Frauchen hat geschmunzelt und gesagt. Keine Angst, ist für deine Schwester Ruby, nicht für dich! Aha, das hört sich doch schon ganz anders an. Jetzt weiss ich auch weshalb Ruby, als sie letztes Mal hier war Essen geklaut hat. Also ehrlich ich hab ja so manche Macke und fresse unterwegs jeden Sch ... zusammen, aber Essen von Tisch klauen, geht gar nicht. Doch ich weiss wie Ruby sich fühlt: Es ist immer so, als wärst du kurz vor dem Hungertod. Nun gut, ich bin gespannt auf die Kleinen und kann es nun selber seeeeehr entspannt angehen. Ich werde also erstmals Tante und hoffe, dass ich alles aus sicherer Entfernung beobachten kann und nicht helfen muss!

 

22. November 2017: Zweibeiner spazieren führen

"Ich muss noch mit dem Hund raus", "die Hunde müssen noch spazieren geführt werden". Von wegen! Wer sagt denn, dass wir überhaupt raus wollen? Da war zum Beispiel dieser unsägliche Novembersonntag. Wir fuhren los, da bahnte sich das Unheil in Form einer grauen Wolkenwand schon an. Kaum ausgestiegen, goss es in Strömen und zwar horizontal! Es stürmte, donnerte, blitzte und graupelte. Wir kamen kaum vorwärts. Eine Stunde vorher wär's noch ganz passabel gewesen, das Wetter (wieso haben die Zweibeiner eigentlich diese Wetterapps auf ihrem Handy, wenn sie nie drauf schauen?). Aber nein es musste ja unbedingt zu dieser Zeit sein. Und warum? Weil sich mein Frauchen mit dem Frauchen meiner besten Hundefreundin Easy treffen wollte. Ich glaube es sind oft die Zweibeiner, die spazieren geführt werden wollen, um den Kopf zu "verlüften", um mit der besten Freundin zu tratschen, um raus zu kommen aus dem grauen Alltag. Was für eine Frechheit, uns da ständig vorzuschieben. Könnten die nicht bei solchem Wetter einfach Kaffee trinken gehen und uns schlafen lassen? Ich kann mein Geschäft auch bequem im Garten verrichten.  Es gibt doch so eine Redensart: "Bei dem Wetter schickt man keinen Hund vor die Haustür". Sollten sich die Frauchen mal merken! Nun ja, nicht nur wir waren tropfnass, auch Frauchen musst sich bis und mit Unterhosen ausziehen und neu einkleiden. Soll ihr eine Lehre sein. Ich liebe die Spaziergänge bei schönem Wetter. Ausser wenn es Hasen zu jagen gibt, dann ist mir jedes Wetter recht.

 

10. Oktober 2017: Verheddert im Heather oder Hasenjagd-Ferien oder 4H-Hund

Unsere Ferien in Schottland waren einfach wunderbar, ach warum konnte ich  nicht da bleiben? Die Reise im Auto war zwar etwas lang, aber Mama und ich wurden reichlich entschädigt. Unser Cottage liegt mitten in einem grossen Park am Loch Ness. Und in diesem Park hat es hunderte von Hasen. Am Anfang drehte ich fast durch, wo ich hin sah und schnuffelte Hasen in allen Grössen, die direkt vor mir herum hoppelten. Selbst meine Mama Jamie fand das ungeheuerlich. Aber im Park durfte ich nicht frei laufen und so blieben die Rabbits unbehelligt (weshalb sie sich wohl auch vermehren wie die Karnickel). Einmal haute ich trotzdem ab und kam ohne Leine und Halsband zurück – da hat´s aber was gesetzt! Allmählich gewöhnte ich mich an die Viecher  und war meistens brav, wenn wir durch den Park marschierten (also Frauchen würde das eher nicht „meistens“, sondern „ab und zu“ nennen). Aber einmal am Tag machten wir den grossen Spaziergang über den Golfplatz. Da hatte es keine Hasen, meinte Frauchen jedenfalls, aber ich hab sie natürlich trotzdem aufgespürt, weswegen ich mich ab und zu im Heather, dem Heidekraut, verhedderte. O Mann sind wir da herum gerannt, es war fabelhaft. Danach haben wir im  Caledonian-Kanal gebadet, auch wenn es regnete. Und das tat es ziemlich oft, war mir aber völlig schnuppe. Nach dem Morgenspaziergang lag ich am Fenster und beobachtete die Kaninchen. Einige kamen bis zum Fenster – da hab ich aber ziemlich gebellt. Doch die Hasen waren unbeeindruckt und einer hat 

mir sogar eine lange Nase gemacht nach dem Motto, du erwischt mich so oder so nicht. Das sagte Frauchen auch: Krieg dich endlich ein, du fängst sowieso keinen, also lass es doch sein. Aber erstens ist das gar nicht so sicher. Immerhin habe ich unter dem Heather auch zwei Mäuse gefangen. Und zweitens macht es einfach Spass hinter ihnen her zu rennen – aber das verstehen Zweibeiner natürlich nicht. Ab und zu kam auch ein Fasan direkt vor´s Wohnzimmerfenster. Den hätt ich bestimmt gefangen, die sind ja soooo langsam. Die Schafe die überall frei herum liefen dagegen haben mich nicht beeindruckt. Das wäre dann etwas für meine Cousine Mila gewesen. Aber die treibt jetzt im Hundehimmel Schäfchenwolken zusammen. Also  ich bin jetzt jedenfalls ein 4H-Hund (Highland-heather-hunting-hound).

P.S. Am Tag vor unserer Abreise habe ich es geschafft und Frauchen voll Stolz einen Hasen gebracht!

P.P.S.  Ich glaube, sie war ein bisschen stolz auf mich, weil ich ihr den Hasen in die Hand apportiert habe und  nicht einfach mit ihm abgehauen bin. Wer sagt denn, dass ich nicht weiss, wofür Retriever gezüchtet wurden.

 

 

Samstag, 26. August 2017: Von drögen Trotteln und blöden Kläffern

Ja, gell Orla, wenn die Zweibeiner Ferien haben, sind auch die Spaziergänge interessanter! So einen hatten wir, also ich und meine Zweibeinerin, auch des Öfteren, und bei einem davon war sie richtig empört.

Wir hatten den lustigen Teil hinter uns und waren auf dem Heimweg, kamen den Trampelpfad hoch auf die Waldstrasse und dort, ein Stück weg von uns waren zwei Artgenossen mit Zweibeinerin. Meine Zweibeinerin hatte kein Interesse an einem Plausch mit ihnen und wollte weitergehen, aber die anderen Hunde schon.

Sie erzählte nachher meinem Zweibeiner, der eine hätte ausgesehen wie der Hund aus Tom und Jerry und der kleine wie die kleine Ausgabe davon. Item, der Kleine kläffte kaum das er uns gesehen hatte und beide rannten auf uns zu. Leider nicht so erfreut wie ich gehofft hatte, ich meine, ich freue mich IMMER, wenn ich andere Hunde treffe.

Jedenfalls waren die nicht freundlich. Der Kleine hat mich angekläfft und der Grosse blöd angemacht. Meine Zweibeinerin hat grad die Leine losgelassen, abmachen konnte sie mich nicht mehr. Ich versuchte mich in Sicherheit zu bringen, und dem doofen Kerl zu zeigen, dass ich im Fall ein guter Kumpel bin, aber das hat er nicht gecheckt. Meine Zweibeinerin hat mich gerufen, aber der ungehobelte Hund liess mich nicht gehen!

Die andere Zweibeinerin hat zwar auch gerufen, aber der dröge Grosse hatte taube Ohren und der Kleine auch. Sie hat es nicht mal geschafft den Kleinen zurückzunehmen, obwohl sie dauernd um uns herumgerannt ist. Schliesslich kam meine Zweibeinerin und hat den dicken Trottel ein scharfes Nein und Aus und Fertig hingepfeffert und wir sind mit erhobenem Haupt davongegangen, ohne uns umzudrehen. Sofort hat sie mir megadicke Lobesworte gesagt, schön laut, damit die abverheite Truppe das auch mitbekommt. Die andere Zweibeinerin hat gerufen: er wollte nur spielen! Und da hat meine Zweibeiberin zurückgerufen: ja, das hat man gesehen.

Meine Zweibeinerin konnte gar nicht mehr aufhören mich zu loben und fand es eine Frechheit, wie der mich behandelt hat. Mich, ein so feiner, friedfertiger, überhaupt der tollste Hund sowieso. Ich denke, ich kann getrost zwei Striche in meinem Vorschusslorbeerenbüchlein machen, für dann, wann ich mal wieder etwas mache, dass meine Zweibeinerin nicht so amüsant findet.

     

Freitag, 25. August 2017: Tour de Suisse und Fotoshooting

Im Sommer, wenn Frauchen Ferien hat, machen wir eine kleine Tour de Suisse und besuchen Greenriverhunde. Das ist ganz toll, denn diese sind in der ganzen Schweiz verstreut und so kommen wir immer wieder zu spannenden, neuen Spaziergängen. Bereits im Frühling sind wir ins Welschland gefahren an den Genfersee und haben Iona und Faramir in Lausanne und Mamas Schwester Lana in Prangins besucht. Dann waren wir im Schaffhausischen bei Caro und im Baselbiet bei Cheyenne. Diesen Sommer ging's dann zuerst ins Emmental zu Zoro (er hat mich geliebt und immer abgeküsst), danach waren wir im Dauerregen im Glarnerland bei Islay (die ist eine wahre Schönheit geworden, was sie eher von ihrem Papa als von mir hat) und schliesslich im Appenzellerland bei Rasco. Dort haben wir einen Spaziergang gemacht durch ein verwunschenes, märchenhaftes Täli mit Bach - war einfach megatoll. Ging allerdings immer rauf und runter - das sei scheint's so im Appenzell. 

Also ich kann nicht glauben, dass das meine Kinder waren, die wir da besucht haben - die sind ja schon so gross, einige grösser als ich. Das kann doch nicht sein, eben waren die doch  noch so klein und haben ehrfürchtig zu mir aufgeschaut. Davon war jedenfalls gar nichts mehr zu spüren.  Na ja, die heutige Jugend ...

Ende Sommerferien fuhren wir zurück ins Emmental, diesmal nicht auf Besuch sondern zum Fotoshooting. Frühmorgens mussten wir schon los, damit das Licht gut ist. Hat mir gar nicht gepasst, diese Fotografiererei, hab mich geschämt, denn ich sehe aus wie ein Nackthund oder schlimmer noch, wie ein Labrador. Denn nach meinen Babies habe ich alle Haare verloren. Frauchen sagt, die wachsen wieder nach - aber das dauert ganz schön und ich beneidete meine kleine "Schwester" Gypsy mit ihrem tollen, tiefdunkelbraunen Fell, die einfach grossartig aussah. Aber die Bea, unsere Fotografin, ist ein echter Profi und hat uns alle ins rechte Licht gerückt und es gab entzückende Fotos - sogar von mir. Ich bin jetzt der Bildschirmhintergrund von Frauchen und darauf bin ich megastolz.

 

 

Samstag 5. August 2017: Kimi der Opportunist und Manipulator hat seine Zweibeinerin fest im Griff

Ich habe mich zu schreiben verweigert, weil meine Zweibeinerin meinte, sie hätte eine Menge mehr zu erzählen als ich!

Das war so: es ging um den Spaziergang. Nicht immer, aber eben doch oft genug, würde ich gerne woanders lang laufen als meine Zweibeinerin. Da bin ich dann einfach stehengeblieben und das Wer-hat-den-längeren-Atem-Spiel war eröffnet. Klappt nicht immer, aber wenn doch, dann gibt es prima Spaziergänge. Die sind dann auch viel länger, man kommt ordentlich rum.

Dafür habe ich sie heute belohnt: weil ich mega brav im Wald ohne Leine mit ihr spaziert bin, ist sie mit mir ins Unterholz und hat mich führen lassen. Das war toll. Einmal habe ich sie ein bisschen abgehängt, sie kommt nicht so gut unten durch, wenn da Äste quer hängen. Da bin ich aber subito zurück und habe sie wieder abgeholt.

Anscheinend hat sie das so gefreut, dass sie gleich nochmals mit mir ins Unterholz abgebogen ist, anstatt auf der Waldstrasse weiter zu laufen.

So hin und wieder muss man seine Zweibeiner auch mal belohnen, dann läuft alles nach Plan!

 

 

Dienstag, 11. Juli 2017: Strategien oder wie man Zweibeiner "wach starrt"

Anstatt mir in meine schönen, treuherzigen Augen zu blicken, schaut sich meine Zweibeinerin Orlas Babys in diesem kleinen Kasten an. Überhaupt schaut sie oft in diesen Kasten. Wenigstens sitzt sie bei mir auf dem Sofa und krault mir den Nacken, oder den Bauch. Aber ich merke schon, dass sie noch etwas nebenbei macht.

Ich habe drei Strategien, wenn ich Aufmerksamkeit möchte:

Erstens setzte ich mich direkt vor sie und starre sie an. Manchmal habe ich auch schon das passende Spielzeug dabei.

Zweitens, wenn wir auf dem Sofa sitzen, schiebe ich meinen Kopf unter ihren Arm und drücke ihn nach oben.

Drittens, auch auf dem Sofa, ich setze mich auf sie.

Mein Blick ist durchaus magisch, ich kann meine Zweibeinerin auch nachts so aus dem Bett holen. Ich setzte mich vor das Bett und starre sie wach! Das funktioniert!

 

Sonntag, 2. JUli 2017: Heissa es ist Littering-Zeit oder Greenriver Greenspan

Es hat wieder Litter zuhauf, auch "Ghüder", "Güsel", kurz Abfall genannt. Man glaubt ja nicht, was die Leute 

an offiziellen und weniger offiziellen Grill- und Picknickstellen alles so liegen lassen: Eine halbe Bratwurst hier, 

ein Päckchen Pommeschips dort, hier ein Mohrenkopf und da ein Stück Brot. Ich bin nicht heikel und nehme

(fast) alles. Frauchen regt sich jeweils fürchterlich auf über diese Sauerei, besonders wenn neben der Grillstelle 

noch ein riesiger leerer Container steht. Manchmal fragt man sich, wie das bei diesen Leuten zuhause aussieht. 

Wenn das genau so ist wie auf dem Grillplatz, würde ich da gerne wohnen. Viele werfen ihr Zeugs einfach 

irgendwo in die Büsche nach dem  Motto aus den Augen aus dem Sinn, bloss nicht zum nächsten Abfalleimer 

tragen. Kein Problem, mit meiner superguten Spürnase finde ich auch das. 

Zur Zeit komme ich immer grün gesprenkelt aus den Büschen. Sieht aus als hätt ich grüne Masern oder Grünspan

im Fell. Auf dir wächst noch mal ein Baum, sagt sie dann oder mein "Greenriver Greenspan". Dabei sollte sie 

eigentlich wissen, dass Grünspan auf englisch copper rust heisst und "Greenspan" lediglich ein Nachname von so 

einem amerikanischen Wirtschafts-Fuzzy ist. 

Gestern hab ich es wieder mal geschafft: Ich bin abgehauen! Die Leute aus Wien haben Sally (die jetzt Suri heisst),

eines meiner Babies, abgeholt. Und bevor sie mit der Kleinen in österreichische Gefilde davonsegeln konnten 

(sie heisst nämlich "Sail away with Sally"), blieb die Haustüre eine Sekunde zu lange offen und schwupps war 

ich über dem Bachbei Nachbars Kompost. Tags darauf hat sie dann gesehen, was ich gefressen habe: Melonen - 

die Kerne kamen nämlich unverdaut wieder raus. Was wenn jetzt eine Melone in dir wächst? hat sie gefragt. Hmmm

kann auch nicht schlimmer sein, als neun Welpen im Bauch, aber wenn es raus kommt, kann man's essen.

 

 

Sonntag, 25. Juni 2017: Wie man Zweibeiner bewegt (auch bei Hitze)

Zur Zeit mache ich das, was auch ihr alle macht: flach und ausgestreckt auf der kühlsten Stelle des Bodens liegen.

Auf eben diesem ist viel Platz, es liegen fast keine Sachen von mir rum, weil ich nämlich zu faul zum Spielen bin.

Ich habe zwei Körbe mit meinen Sachen. Wenn ich finde, es ist an der Zeit um zu spielen, oder besser gesagt, der Zweibeiner braucht Bewegung, dann grüble ich in meinen Körben, bis ich das optimale Ding gefunden habe. Dann stehe ich damit vor meinen Zweibeiner. Das funktioniert recht gut.

Es macht aber auch sonst Spass ein bisschen in den Körben zu stöbern, ab und zu muss Hund ja schauen, was alles da ist.

Meine Leidenschaft jedoch sind Tücher. Wenn meine Zweibeinerin mit einem Lappen über all die grossen Sachen wischt, oder die durchsichtigen Wände putzt, dann stehe ich daneben oder drängle mich dazwischen und ergreife die Gelegenheit zu einem kleinen Zweikampf. Hey: da spielt sie ganz alleine mit den tollen Lappen, ist doch lustiger, wenn ich mitmache, oder?

Oft spaziere ich auch in den unteren Teil unseres Baus, dort sind die zugänglichen Tücher. Ich kann ganz unbemerkt an den Zweibeinern vorbeischleichen und zupfe ganz sorgfältig ein dickes Tuch aus einer Beige. Oder ich schleppe den Badezimmerteppich an. Ich staple meine Beute gerne zu einem Haufen auf meiner Matte oder im Garten.

Und wenn die Zweibeinerin alles einsammelt, dann können wir um jedes Stück ein bisschen kämpfen!

 

Sonntag, 4. Juni 2017: Leben ist anstrengend!

Orla ist beschäftigt, sprich: im Mutterschaftsurlaub.

Auch ich bin beschäftigt und zwar jeden Tag. Solidarisch wie ich bin, stehe ich (manchmal) mit meinen Zweibeinern auf. Ab und zu kuschle ich mich noch kurz auf dem noch warmen Zweibeinerkopfkissen hin. Aber sonst wechsle ich aufs Sofa und warte. Dann muss ich auch schon mit einem der Zweibeiner raus. Was tut man nicht alles für die Fitness der Zweibeiner! Ich muss euch nicht erst erklären, wie beschäftigt wir draussen sind. Dann ist Fressen angesagt und auch da ist Einsatz gefragt, darüber haben wir schon gesprochen, Fressen zieht sich rund um die Uhr und Hund muss echt dafür arbeiten für die paar Brocken. Im und ums Haus muss bewacht und überwacht werden. Ich muss den Postboten anmelden und der der Pakete bringt. Muss durchgeben wenn die kleinen Zweibeiner kreischend am Haus vorbeirennen. Muss melden wenn unten eine Autotür zugeschlagen wird. Sowieso jedes Geräusch kommentieren. Draussen ist es ebenso anstrengend. Freche Vögel müssen vom Rasen vertrieben werden, Nachbars Katzen begrüsst und fremde verbellt werden. Ich muss alle Vorbeigehenden mindestens begutachten. Ich komme wirklich kaum zu einem Nickerchen! Dazwischen Gutis betteln, die Zweibeiner für ein wenig Bewegung nach draussen holen, die sind ja so faul! Ohne mich kämen die kaum an die frische Luft.

Nicht zu vergessen den ganzen emotionalen Kram, den ich bieten muss! Die Zweibeiner scheinen nur abschalten zu können, wenn ich mich zu ihnen ins Bett, aufs Sofa oder auf den Stuhl quetsche und mich streicheln und flattieren lasse. Ich mag das ja auch, gebe ich zu, aber die Zweibeiner ebenso: Sie haben dann eine ganz weiche Stimme und ziehen die Laute in die Länge. Dann grummle ich zustimmend zurück.

 

Montag, 22. Mai 2017: Ich bin ein Triffle

Triffle-Dessert

Orla ist ja mächtig beschäftigt und so wie es aussieht nimmt sie ihre Mutterrolle richtig ernst. Ich mag kleine Hunde, also auch Babies, aber den ganzen Tag?

Meine Zweibeinerin hat lange überlegt, welche Süssigkeit zu mir passen würde und anstatt mit mir etwas leckeres auf dem Sofa zu teilen, hat sie im Internet nach englischen Gutis gesucht. Sie hat mir erklärt, dass da nicht viel zu entdecken sei, da hätten die Franzosen mehr Auswahl. Das sagt mir gar nichts. Fressen ist Fressen, völlig egal woher. Dennoch ist sie fündig geworden: ich bin ein Triffle.

Das ist ein mehrschichtiges Dessert, bisschen was knuspriges, was fruchtiges und was cremiges. Das passe total gut zu mir, ich würde auch nicht aus nur einer Schicht bestehen. Da gäbe es durchaus eine Knabberschicht. Und sie findet, Triffle klinge Schlitzohrig. Was soll ich dazu sagen? Dass sie keine Ahnung hat?

Aber was soll's. Ich bin ein äusserst grosszügiger Hund: wenn es sie glücklich macht, dann bin ich es auch!

 

 

Sonntag, 30. April 2017: Wer bringt mir einen Muffin oder ein Brownie?

Wie ein tonnenschwerer Mehlsack, genau so hab ich mich gefühlt. Ich hatte nicht mal mehr Lust im Gebüsch nach Fressbarem zu suchen. Bringen wir es einfach nur schnell hinter uns mit diesem Spazieren. Am Mittwoch wollte ich gar nicht mehr aus dem Auto aussteigen. Musste aber trotzdem! Ein bisschen Bewegung tut dir gut, sagte sie, dann geht alles leichter. Was bitte sollte denn da leichter gehen??? Aber kurz darauf wurde langsam klar, worauf das hinaus lief: Ich musste hecheln, wollte ständig zum  Pinkeln nach draussen, war unruhig, machte Nester mit meinen Betttüchern. Meinen Appetit hat es allerdings nicht geschmälert (das denn doch nicht). Dann kam das Frauchen meiner besten Hundefreundin Easy und es ging los. Ruckzuck zack zack kam mein erstes Baby auf die Welt und mir fiel wieder ein, weshalb ich Bauchschmerzen hatte. Nach vier Stunden waren sie alle da, mein fünf Buben und vier Mädchen. Sie sind wirklich zuckersüss, deshalb hat Frauchen sie wohl nach Süssigkeiten benannt. Ich aber würde die Süssigkeiten lieber fressen  (also nicht meine Babies), aber gegen einen Muffin oder ein Brownie hätte ich nichts einzuwenden, denn der Heisshunger hat sich noch nicht gelegt. Hab ich wohl an meine Kinder vererbt, die hängen auch ständig an meinen Zitzen.

 

Ostermontag, 17. April 2017: Runaway

Das Überspringen (oder unten durch kriechen, wie's halt grad passt) des Zauns ist definitiv eine Sache, über die wir und unsere Zweibeiner unterschiedlicher Meinung sind.

Meine Zweibeiner haben etwa gleich reagiert wie Barbara. Sie wirkten sehr erleichtert, als ich angerannt kam oder sie mich brav sitzend vor der Haustüre fanden. Ebenso wurden vermeintlich ausbruchseinladende Stellen im Zaun bearbeitet. Logisch, sag' ich nicht wo und wie ich ausgebüxt bin. Wäre ja schön blöd.

Und ich hatte eine Zeit lang nur begleiteten Ausgang in den Garten. Aber das passt mir sehr: Ich mag es, wenn ich nicht alleine im Garten bin.

Aber: gehen unsere Zweibeiner nicht jeden Tag einfach so aus dem Haus? Ohne uns?

Es muss also auch für sie Sachen geben, die sooo toll sind, dass sie weggehen, so interessant, dass sie uns vergessen!

Hey, die machen das um ein Vielfaches öfter als ich und sie bleiben wirklich immer länger weg als ich. Mache ich einen Aufstand deswegen? Nein. Ich freue mich ganz toll, wenn sie wieder ins Haus kommen. Von meinem Verhalten könnten sie sich echt mal eine Scheibe abschneiden!

 

Mittwoch, 12. April 2017: Satansbraten

"Du Satansbraten!!!" entfährt es ihr. Sie hat tatsächlich Satansbraten zu mir gesagt! Ich habe sie 

völlig verdattert, beschämt, reumütig angeschaut - da tat es ihr auch schon wieder leid. Ja okay, 

ich bin abgehauen.Über den Zaun in Nachbars Garten. Unter meinen vier Vorgängerinnen hatte das 

noch keine gewagt. Aber ich hatte solchen Kohldampf und habe gesehen, dass die Schildkröten 

auf der anderen Seite Erdbeeren gekriegt haben und da dachte ich .... gut, ich hab mir nichts dabei 

gedacht. Und es ist nicht das erste Mal. Schon im letzten Dezember habe ich den Fuchs aus meinem 

Garten gejagt und ward nicht mehr gesehen, alles pfeifen und rufen hat nichts genützt, ich blieb 

verschwunden. Es war schon nach 22 Uhr und zappen duster. Frauchen hat nicht geschimpft, sie war 

wohl heilfroh, dass ich wieder heimkam. Nach dem dritten Mal durfte ich nur noch mit langer Leine 

in den Garten. Und da war er wieder: der Fuchs (oder vielleicht auch nur eine Katze, wer kann das 

schon sehen wenn es stockdunkel ist). Und schwupp war ich auf der anderen Seite des Zauns. Da

hat sie gemerkt, dass ich unter dem Zaun hindurch gekrochen bin. Am nächsten Tag haben sie und 

Bruno den Zaun neu gespannt und befestigt - das wars dann mit der nächtlichen Fuchsjagd. 

Aber der alte Zaun zum Nachbarn hat Entwicklungspotential: Unten und oben durch geht ganz leicht, 

sogar wenn man schwanger ist. Bruno rückte wieder mit schweren Gerätschaften an - der Zaun 

wurde so gut es ging verbarrikadiert. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich wieder einen Durchschlupf 

finde, irgendwann.

 

Sonntag, 2. April 2017: Schätzeli, Knopper, Kimber, Stinker und Co

Hey, gratuliere meinen Schwestern und Brüder nachträglich auch noch zum Geburtstag!

Meine Zweibeinerin hätte ihn glatt vergessen, wenn nicht Mamas, Orlas und Barbaras Geburtstagsmail gekommen wäre! Da hatte sie aber ein schlechtes Gewissen! Recht so.

Und natürlich gratuliere ich Orla, dass "es" geklappt hat mit dem Schönling. Hoffentlich steckt mehr in deinem Galan als gutes Aussehen, Hund braucht wirklich Grips, um sich das Leben einträglicher zu gestalten.

Spannend wird es sein, zu verfolgen, was sich Barbara wieder für Namen ausdenken wird. Meine Zweibeinerin fand die Inselgeschichte witzig und sie findet es auch interessant zu schauen, was für "richtige" Namen unsere Nichten und Neffen dann bekommen. Ich bin ja Kimi, und klar werde ich meinem Namen gerecht. Schon in diesem ollen Pflichtkurs sagte der Leiter Powerhund zu mir.

Aber! Wie brav brauchen eure Zweibeiner denn die Namen, die sie euch gegeben haben? Draussen, dort wo Menschen speziell gut dastehen wollen, bin ich Kimi.

Zuhause, oder wenn draussen niemand zu sehen ist, bin ich mehrheitlich Schätzeli.

Dann wären da noch Knopper, Kimber, Stinker, und zwei Bezeichnungen die ich nicht wiedergeben möchte.

Also los: erzählt dem lieben Bruder/Onkel Kimi, wie sie euch so benamsen!

Ich finde übrigens dass Orla eine richtige Orla ist. Passt perfekt.

 

Samstagt 25. März 2017: Schwarze Löcher

Das ist die Leber und die Niere, die Milz. Frauchen schaut interessiert und nickt bedeutungsvoll. Dabei hat sie keine Ahnung. Alles was sie sieht sind schwarze Flecken auf grauem Hintergrund. Derweil fährt Herr Gardelle weiter mit dem Stick, auf dem es eine klebrige Masse hat, auf meinem Bauch rum. "Uiii", sagt er, "die Blase ist ja riesig!" Ist doch klar, hatte keine Zeit zum pinkeln. Musste erst das Sauohr fressen und dann sofort wieder rein, weil Frauchen doch die grillierte Cervelat vom Vortag ass und ich treuherzig drein blicken musste, damit sie mir etwas abgibt (hat auch geklappt). Oh Mann hab ich zur Zeit einen Heisshunger! "Ja, da sehe ich eines" sagt Herr Gardelle weiter, "und da noch eines" ... Frauchen lächelt jetzt, denn sie sieht, dass die schwarzen Flecken pulsieren und es aussieht wie Korallentiere im Meer, die sich in der Strömung bewegen. Bum, bum, bum höre ich den Herzschlag meines Babies und nicke ein. Dann krieg ich ein Leckerchen (:-D) und wir gehen entlang der Suhre spazieren. Und jetzt kann ich es endlich "fahren" lassen. Hey, Kimi, Du wirst wieder Onkel!

 

Montag, 20.3.2017 Gastbeitrag unserer Schwester Tana 

Hallo Mama, Orla und Barbara

Herzlichen Dank für Eure Geburtstagswünsche. Heute hatte ich mir selber einen Geburtstagswunsch erfüllt, jedoch gar nicht zur Freude von meinen Menschen. Ich habe die Gelegenheit genutzt und mich wieder einmal fein parfümiert. Offenbar hatte ich den Geschmack von Trix und Hans-Peter gar nicht getroffen. Nach dem Spaziergang musste ich ohne wenn und aber sofort unter die Dusche. Gut sie haben mich, damit ich nicht das ganze Bad unter Wasser setze, mit einer leckeren Hundewurst zum brav hinhalten bestochen. Am Nachmittag traf ich dann noch meinen Bruder Owain zum Spazieren. Zu meinem Leidwesen musste ich die ganze Zeit an der Leine gehen, da bei uns die meisten Wiesen "gegüllt" sind. Zum Glück wurde ich von Marlies noch beschenkt mit einem Hasenohr, das hat mich über den Leinenzwang etwas hinweg getröstet.

Ach ja, gestern hatte ich die Prüfung zum Therapiehund bestanden. Ihr könnt Euch ja vorstellen wie stolz Trix auf mich war.

 

Sonntag, 19. März 2017: Ein bisschen schwanger?

Heute ist mein vierter Geburtstag, und natürlich auch der von Kimi und den anderen Geschwistern. Wir sind eben echte Sonntagskinder. Gut, zugegeben es war 2013 ein Dienstag, aber ein ganz wichtiger Tag! Da musste z.B. Jérôme Cahuzac  wegen des Vorwurfs des Steuerbetruges als Haushaltsminister zurücktreten (was, ihr wisst nicht wer dieser Jérôme Dingsda ist? Was für eine Wissenslücke!), Papst Franziskus wurde ins Amt eingeführt und das Containerschiff Guangyangxingang sank nach zweitägiger Havarie  an der Taozi Bay (die kennt ihr sicher von den letzten Ferien, ist ja so bekannt wie die Adria). Aber das wichtigste: In Küttigen 47°24′56″ Nord und 8°02′51″ Ost kamen acht Edelsteine auf die Welt: 

Ein Topas (Topas), ein Diamant (Diamond), ein Rosenquarz (Molly), ein Rubin (Ruby), ein Saphir (Tana), Emerald der Smaragd (Owain), mein Bruder Kimi war Smoky der Rauchquarz und ich war Amber der Bernstein. 

Dann kriegten wir so saublöde Stammbaumnamen wie Orric, Oberon, Oleasa, Oonagh, Onóra, Owain, Oakley und Orla. So eine Furzidee - der ganze Edelsteinglanz dahin!

Tante Brigitte versprach mir zum heutigen Geburtstag eine Stunde ohne Leine im Wald, wo ich hätte nach Herzenslust herumjagen können. Aber Frauchen hatte dafür kein Musikgehör. Immerhin gab es einen extra Geburtstagsteller mit Leckerchen. Bis Frauchen aber die Kamera vorbereitet hatte, hatte ich schon alles verschlungen. Sie war sauer und ich hoch erfreut, denn jetzt musste für das Fotoalbum die Prozedur wiederholt werden. "Bist Du eigentlich ein bisschen schwanger?" fauchte sie. Ich sah sie verständnislos an .. obwohl zur Zeit habe ich wieder dauernd Kohldampf und ich gebe ungern zu: Sie ist im Agility wieder schneller als ich. Ob das Anzeichen sind?

 

 

 

Samstag, 4. März 2017: Sch ... auf die Nackenwirbel!

Da bin ich doch schon zu spät um Orla wegen ihrem Auge zu bedauern!

Kaum aus dem OP verdreht sie den Kollegen im Norden die Köpfe!

Lass' dir gesagt sein, liebe Schwester: wann immer man dir in die Augen schaut ist es nie, weil sie schön sind! Du kannst mir glauben.

Klar haben wir schöne Augen, keine Frage, aber die Zweibeiner, allen voran die Ärzte, interessiert das überhaupt nicht. Hängelider hätten wir! Ja, das musste ich mir doch tatsächlich anhören, als ich mal wieder eine Augenentzündung hatte. Als ob wir so aussehen wie diese Schlaftablette von einem Hund aus Columbo!

Meiner Zweibeinerin hat das auch nicht gefallen, sie hat den Mund zusammengepresst, was sie immer macht, wenn jemand an mir rummäkelt.

Das du den Kragen nicht tragen wolltest, verstehe ich völlig. Mir geht das mit dem Brustgeschirr so. Wie ich das hasse! Da nützt es auch nichts, dass mir Sabine immer und immer wieder erklärt, das sei für meine Nackenwirbel viel besser. Sch... drauf. Wenn sie auch nur in die Nähe von dem Ding geht, gehe ich ans andere Ende der Wohnung.

Dreimal darfst du raten, wer jeweils gewinnt.

Überhaupt: warum versuchen es die Zweibeiner immer und immer wieder, wo doch glasklar von Anfang an feststeht wer gewinnt?!

 

 

 

Dienstag, 28. Februar (Fortsetzung vom 22.2.): Irrungen und Wirrungen der Liebe

Kragen und Katze

Als ich wieder aufwachte, hatte ich so einen komischen Kragen an. Mega unbequem! Zum Glück holte Frauchen mich trotz der späten Stunde wieder heim, es war schon stockdunkel. Jetzt aber weg mit dem Kragen, dachte ich. Aber Frauchen hatte kein Erbarmen, der Kragen blieb. Also genau genommen 20 Sekunden lang (oder weniger). So lange braucht ich zu Hause, um ihn abzukriegen. Wir waren also im Krieg, Frauchen und ich, sie zog ihn mir an, ich zog ihn gleich wieder aus. Sie seufzte und schliesslich gewann ich, der Kragen blieb ab. 

Bereits am übernächsten Tag fuhren Frauchen und ich nach Deutschland. Ich habe ja schon wieder ein bisschen geübt mit Mama (die wollte aber nicht so recht) und dann mit der Katze. Die fand es zuerst toll, dass ich sie ableckt und versuchte zu decken, aber allmählich wurde es ihr dann zu viel und sie fauchte mich an. Also nichts wie hin zum Lover. 

Und er war so schnuckelig und süss, so galant und lustig. Er hat mir sooooo gefallen. Ich ihm irgendwie auch, aber eben, es klappte einfach nicht mit uns beiden. Und so kam es, dass die Frauchens immer frustrierter wurden und wir Vierbeiner auch nicht mehr so recht weiter wussten.

Schliesslich sind wir dann weggefahren in ein Tierferienheim mit Namen "Hund herum". Hat mega fein gerochen dort und mir gefallen. Plötzlich kam ein gestandener Rüde, und ehe ich mich versah und merkte, dass es gar nicht der "Schnüggel" war, hatte er mich auch schon gedeckt. Ich erinnere mich, wie meine Grossmama Juna mal geschrieben hat, sie hätte extra ein paar Brocken Schwedeisch gelernt, damit sie sich dann mit dem schwedischen Deckrüden auch unterhalten kann. Doch dem wär das ganz egal gewesen und er hätte "nur das eine" gewollt. Muss an der Nationalität liegen.

Also der Schwede "Fudge" (immerhin ein süsser Name) soll nun der Papa meiner Babies werden. Wir werden sehen. Einmal mehr: Fortsetzung folgt". Aber jetzt ist dann wieder mal mein Brudern dran beim "bloggen".

 

 

Mittwoch, 22. Februar 2017: Der Handyman-Doktor oder Ein Dorn im Auge

Eigentlich gehe ich gerne zum Tierarzt. Meist kriegt man da ein feines Leckerli und deshalb bin ich immer ganz brav. Es war also mal wieder soweit. 

Ich brauchte eine Tollwutimpfung, damit wir im Herbst nach Schottland fahren können. Ach ich kann's gar nicht erwarten, all die Fasanen, Rebhühner und Hasen! 

Der Pick tat auch gar nicht weh und die junge Tierärztin nannte mich "Joghurtschnäuzchen" :-D. Zehn Tag später, andere Klinik, anderer Tierarzt, ich muss zum Augentest für die Zuchtzulassung. Alles prima, aber dann macht der Tierarzt doch tatsächlich ein Foto meines Auges mit dem Handy. Wow, dachte ich, was ich wohl für wunderschöne Augen habe. Und ich sah schon, wie der Tierarzt das Foto ausdruckt, rahmt und sich übers Bett hängt. "Sehen sie es?" fragt er. Frauchen bekommt Glubschaugen, ihr Pupillen weiten sich ... (also wer muss hier eigentlich zum Augenarzt?), dann sagt sie "oh" und dann "Oh jeh". 

"Sie hat einen Dorn im Auge" sagt der Handyman (immerhin sagt er nicht ich sei ihm ein Dorn im Auge). Wir sind dann schnell gegangen, ohne Leckerli. 

Vier Tage später, bei meinem Lieblingstierarzt: Er nimmt mir Blut für den Progesterontest (mit Leckerli). Dann gibts einen weiteren Pick, die Herpesimpfung. Jetzt ist aber wieder für eine Weile genug Tierarzt, finde ich. Aber denkste! Das Unheil bahnte sich schon am nächsten Tag am Mittag an. Es gab kein Sauohr zum Knabbern! Die Sauohren werden doch wohl nicht ausgegangen sein, wo doch nächste Woche meine Cousine Mila extra deswegen aus Schottland anreist. Nun, wie sehr Mama und ich uns auch bemühten, es gab nicht mal den klitzekleinsten Keks. Alles betteln, 

traurig schauen und so, nützte nichts. Dann schleppte sie mich doch tatsächlich wieder in die Klinik von dem Handyman-Doktor. Was jetzt, dachte ich, noch ein Foto meines wertvollen Augapfels? Aber dann liess sie mich einfach alleine und mit knurrendem Magen dort zurück. Sie sperrten mich ein und nach einer Ewigkeit kam der Handyman-Doktor, gab mir eine Spritze und ich schlief ein. Fortsetzung folgt ...

 

 

Samstag, 18. Februar 2017: Man ist, was man isst

Orla hat das Stichwort gegeben: Den dringend benötigten, weltumspannenden Hundegerichtshof. Ich hätte das Thema sowieso angeschnitten, es kann nicht genug durchgekaut werden: Fressen. Es ist immer zu wenig und immer das Gleiche.

Wir, meine Schwestern und Brüder, sind nicht wie unsere Zweibeiner immer erzählen, doofe Allesfresser, die völlig wahllos jeden Dreck (O-Ton der Zweibeiner ) fressen.

Wir tun das durchaus selektionistisch, jeder hat da ja seine Vorliebe, und auch aus der Not heraus, mehr zu bekommen, als uns Daheim in den Napf gekippt wird. Meine Leute sind sicher bemüht, aber bei Weitem noch nicht dahingehend erzogen, wie ich mir das vorstelle.

Dass wir Flats keine tumben Fressmaschinen sind, könnt ihr beweisen, indem ihr es wie ich macht: Das Futter im Napf nicht anrühren, vielleicht aus einem halben Meter Entfernung schräg anschauen, und dann langsam im Rückwärtsgang weg. Als könne es einen anspringen. Traurig dreinschauen und einen vorwurfsvollen Blick an den Zweibeiner schicken, der das Fressen serviert hat. Wenn ich das mache, dann landet garantiert noch etwas leckeres aus dem Kühlschrank als Anreiz im Napf.

Hängen euch die ewig gleichen Knabberdinge zum Hals heraus? Dreht das nächste Mal einfach den Kopf weg, wenn euch das Ding hingehalten wird. Meine Leute kramen dann im Leckerlischrank nach einer Alternative und beim nächsten Einkauf wird garantiert etwas Neues mitgebracht.

Gerne nehme ich eure Strategien entgegen, man kann nie genug im Schauspielrépertoire haben.

 

Dienstag 14. Februar 2017: Chanel No 5- Tag

Seit drei Tagen bin ich läufig. Das hat zur Folge, dass nicht nur mein Hintern gut riecht sondern auch mein Gehör gehörig nachlässt - muss irgendwie gekoppelt sein. Jedenfalls höre ich dann Frauchens Befehle (besonders die Appelle) nicht mehr so gut - genau genommmen gar nicht. Jedenfalls nicht, 

wenn mir ein wunderbarer Geruch in die Nase steigt. Ich also nichts wie hin und wälze mich im Parfum was das Zeug hält. Schliesslich ist Valentinstag und da will man als Frau ja die Aufmerksamkeit der feschen Rüden auf sich lenken. Als ich dann zurück kam, hat Frauchen sich nicht mehr einkriegen können und die Nase zugehalten. Versteh ich nicht, sie sprüht sich doch auch andauernd so Dingsbums an (mit Verlaub, grauenhaft übel riechend),das ist eben nun mein Chanel No 5!

Zuhause hat sie mich erst mit Ketchup eingerieben (alter Jägertrick, sagt sie, bannt den üblen Geruch). Das wär ja noch gegangen, aber dann schäumte sie mich auch noch mit Shampoo ein so dass ich roch wie ein Coiffeurladen für Zweibeiner. Mann hab ich mich geschämt, Leute ich hab danach ja so was von gestunken!  Hab mich kaum auf den Nachmittagsspaziergang getraut. Was nur all die anderen Hunde denken ... sie werden mich meiden ...

ich werde diskriminiert! Gibts da eigentlich in Strassburg keinen Europäischen Gerichtshof für Hunderechte?

Die Hunde sind dann auf dem Spaziergang trotzdem gekommen (ich hab aber schon gesehen, wie sie die Schnauze verzogen haben ob meines Geruchs), denn meinen Hintern fanden sie trotzdem interessant. Aber hey, Boys, das geht mir (im Moment noch) so was von am A...  vorbei!

 

 

 

Donnerstag 9. Februar 2017: Neue Freunde

Mein Highlight begegnet mir auf fast jedem Morgenspaziergang!

Ich laufe an einem Gehege mit pelzigen Tieren vorbei, die riechen super und früher ist Sabine zwar immer dort stehen geblieben und hat wohl mit denen geredet, jedenfalls nehme ich das an, weil ich dort mit meinem Geschäft beschäftigt war.

Obwohl, so klar ist das nicht. Sie spricht, als ob sie mit mir spricht, sagt Schätzeli und braaav und so.

Aber erst Bernhard hat mich zu den duftenden Tieren gelassen, bevor sich auch Sabine zu ihnen hingetraut hat. Und das ist ein Riesenspass!

Die kommen alle zu mir hingelaufen, drängen sich ganz nah an die Stangen, stecken ihre Köpfe durch, oder ich stecke meinen durch und dann schlecken wir uns gegenseitig ab!

Meine Leute sind diesbezüglich recht einseitig.

Ich schleck sie schon ab, aber es scheint ihnen nicht recht zu gefallen. Und es gibt Stellen, wenn ich die erwische, und ich erwische sie, denn ich bin so was von schnell, dann geben sie hohe Laute von sich und manchmal gehen sie zu dem Ding aus dem Wasser kommt und machen sich gleich nochmals nass!

Soll einer die Menschen verstehen, da hat Orla voll recht.

Also, ich liebe meine neuen Freunde. Ich renne dann rauf und runter, damit alle an mir schlecken können und ich an ihnen, ist so, als würde Roger Federer an seinen Fans vorbeilaufen. Und schon klar, ich bin Roger!

Und dann gehe ich zum zweiten Gehege, denn dort warten die anderen schon und alle wollen sie mich!

 

 

Montag, 6. Februar 2017:  Apporgility

Denise ist wieder gesund! Ach wie habe ich sie vermisst. Sie ist meine Agility-Trainerin und einfach meganett, sie liebt mich.

Heute also war sie wieder da und ich durfte wieder hüpfen, springen und rennen über Wippe, durch Tunnel und über die Wand. Aber Frauchen ist soooo langsam, immer muss ich auf sie warten. Dann mach ich halt dann noch einen Sprung mehr, damit mir nicht langweilig wird. Das findet sie dann wieder nicht toll und flüstert mir zu, wart nur bis du wieder scheinträchtig bist, dann wollen wir

sehen wer mit dem Parcours zuerst fertig ist. Und ständig verliert sie beim Rennen was: Taschentücher, Handschuhe, Hundespielzeug,

Kappe. Das muss ich dann immer zuerst zurück bringen, bevor es über's nächste Hindernis geht.

Und dann hat Denise so Dingsbums vor die Hindernisse gestellt. Cool, dachte ich, das ist jetzt sicher Apporgility (Apportieren und Agility).

Also habe ich zuerst jeweils das Dingsbums geholt und Frauchen gebracht und dann das Hindernis genommen. War aber irgendwie nicht richtig. Alle haben gelacht und Denise fand mich soooo süss. Die Dingsbums hatten Zahlen drauf und sollten den (vergesslichen)

Zweibeinern zeigen, wann welches Hindernis dran kommt. So was dämliches! Soll einer diese Zweibeiner verstehen.