Ab sofort gibt's hier die

neuesten Stories

der Greenriver-Geschwister

Kimi (Okey-dokey Oakley)  und

Orla (Orla Opal)

denn wie sagt Kimis Frauchen Sabine so treffend: 

"So ein Greenriver platzt nicht nur vor lauter Energie, 

er produziert auch Anekdoten am laufenden Band!"

 

3. Dezember 2017: Tante in spe

Frauchen hat wieder die Wurfkiste aufgestellt. Ich habe das misstrauisch beäugt und war überhaupt nicht "amused". Nein, nicht schon wieder - ich meine die sind ja süss, die kleinen Rackers - aber auch mega anstrengend! Ich hab an mir runter geschaut. Gut, ich habe schon ziemlichen Kohldampf, aber so fett wie ich letztes Mal war, als sie die Kiste aufstellte, bin ich definitiv nicht. Und dann kann ich mich auch gar nicht erinnern, dass ich da einen Lover getroffen hätte. Es wird doch nicht mit der Katze geklappt haben (ich übe bei der Läufigkeit immer ein bisschen mit ihr) ... aber nein, das gäbe ja seltsame Welpen. Und dann mein Fell: endlich ist es wieder richtig dicht und meine Rute ist ordentlich bewimpert. Soll das alles schon wieder vorbei sein? Frauchen hat geschmunzelt und gesagt. Keine Angst, ist für deine Schwester Ruby, nicht für dich! Aha, das hört sich doch schon ganz anders an. Jetzt weiss ich auch weshalb Ruby, als sie letztes Mal hier war Essen geklaut hat. Also ehrlich ich hab ja so manche Macke und fresse unterwegs jeden Sch ... zusammen, aber Essen von Tisch klauen, geht gar nicht. Doch ich weiss wie Ruby sich fühlt: Es ist immer so, als wärst du kurz vor dem Hungertod. Nun gut, ich bin gespannt auf die Kleinen und kann es nun selber seeeeehr entspannt angehen. Ich werde also erstmals Tante und hoffe, dass ich alles aus sicherer Entfernung beobachten kann und nicht helfen muss!

 

22. November 2017: Zweibeiner spazieren führen

"Ich muss noch mit dem Hund raus", "die Hunde müssen noch spazieren geführt werden". Von wegen! Wer sagt denn, dass wir überhaupt raus wollen? Da war zum Beispiel dieser unsägliche Novembersonntag. Wir fuhren los, da bahnte sich das Unheil in Form einer grauen Wolkenwand schon an. Kaum ausgestiegen, goss es in Strömen und zwar horizontal! Es stürmte, donnerte, blitzte und graupelte. Wir kamen kaum vorwärts. Eine Stunde vorher wär's noch ganz passabel gewesen, das Wetter (wieso haben die Zweibeiner eigentlich diese Wetterapps auf ihrem Handy, wenn sie nie drauf schauen?). Aber nein es musste ja unbedingt zu dieser Zeit sein. Und warum? Weil sich mein Frauchen mit dem Frauchen meiner besten Hundefreundin Easy treffen wollte. Ich glaube es sind oft die Zweibeiner, die spazieren geführt werden wollen, um den Kopf zu "verlüften", um mit der besten Freundin zu tratschen, um raus zu kommen aus dem grauen Alltag. Was für eine Frechheit, uns da ständig vorzuschieben. Könnten die nicht bei solchem Wetter einfach Kaffee trinken gehen und uns schlafen lassen? Ich kann mein Geschäft auch bequem im Garten verrichten.  Es gibt doch so eine Redensart: "Bei dem Wetter schickt man keinen Hund vor die Haustür". Sollten sich die Frauchen mal merken! Nun ja, nicht nur wir waren tropfnass, auch Frauchen musst sich bis und mit Unterhosen ausziehen und neu einkleiden. Soll ihr eine Lehre sein. Ich liebe die Spaziergänge bei schönem Wetter. Ausser wenn es Hasen zu jagen gibt, dann ist mir jedes Wetter recht.

 

10. Oktober 2017: Verheddert im Heather oder Hasenjagd-Ferien oder 4H-Hund

Unsere Ferien in Schottland waren einfach wunderbar, ach warum konnte ich  nicht da bleiben? Die Reise im Auto war zwar etwas lang, aber Mama und ich wurden reichlich entschädigt. Unser Cottage liegt mitten in einem grossen Park am Loch Ness. Und in diesem Park hat es hunderte von Hasen. Am Anfang drehte ich fast durch, wo ich hin sah und schnuffelte Hasen in allen Grössen, die direkt vor mir herum hoppelten. Selbst meine Mama Jamie fand das ungeheuerlich. Aber im Park durfte ich nicht frei laufen und so blieben die Rabbits unbehelligt (weshalb sie sich wohl auch vermehren wie die Karnickel). Einmal haute ich trotzdem ab und kam ohne Leine und Halsband zurück – da hat´s aber was gesetzt! Allmählich gewöhnte ich mich an die Viecher  und war meistens brav, wenn wir durch den Park marschierten (also Frauchen würde das eher nicht „meistens“, sondern „ab und zu“ nennen). Aber einmal am Tag machten wir den grossen Spaziergang über den Golfplatz. Da hatte es keine Hasen, meinte Frauchen jedenfalls, aber ich hab sie natürlich trotzdem aufgespürt, weswegen ich mich ab und zu im Heather, dem Heidekraut, verhedderte. O Mann sind wir da herum gerannt, es war fabelhaft. Danach haben wir im  Caledonian-Kanal gebadet, auch wenn es regnete. Und das tat es ziemlich oft, war mir aber völlig schnuppe. Nach dem Morgenspaziergang lag ich am Fenster und beobachtete die Kaninchen. Einige kamen bis zum Fenster – da hab ich aber ziemlich gebellt. Doch die Hasen waren unbeeindruckt und einer hat 

mir sogar eine lange Nase gemacht nach dem Motto, du erwischt mich so oder so nicht. Das sagte Frauchen auch: Krieg dich endlich ein, du fängst sowieso keinen, also lass es doch sein. Aber erstens ist das gar nicht so sicher. Immerhin habe ich unter dem Heather auch zwei Mäuse gefangen. Und zweitens macht es einfach Spass hinter ihnen her zu rennen – aber das verstehen Zweibeiner natürlich nicht. Ab und zu kam auch ein Fasan direkt vor´s Wohnzimmerfenster. Den hätt ich bestimmt gefangen, die sind ja soooo langsam. Die Schafe die überall frei herum liefen dagegen haben mich nicht beeindruckt. Das wäre dann etwas für meine Cousine Mila gewesen. Aber die treibt jetzt im Hundehimmel Schäfchenwolken zusammen. Also  ich bin jetzt jedenfalls ein 4H-Hund (Highland-heather-hunting-hound).

P.S. Am Tag vor unserer Abreise habe ich es geschafft und Frauchen voll Stolz einen Hasen gebracht!

P.P.S.  Ich glaube, sie war ein bisschen stolz auf mich, weil ich ihr den Hasen in die Hand apportiert habe und  nicht einfach mit ihm abgehauen bin. Wer sagt denn, dass ich nicht weiss, wofür Retriever gezüchtet wurden.

 

 

Samstag, 26. August 2017: Von drögen Trotteln und blöden Kläffern

Ja, gell Orla, wenn die Zweibeiner Ferien haben, sind auch die Spaziergänge interessanter! So einen hatten wir, also ich und meine Zweibeinerin, auch des Öfteren, und bei einem davon war sie richtig empört.

Wir hatten den lustigen Teil hinter uns und waren auf dem Heimweg, kamen den Trampelpfad hoch auf die Waldstrasse und dort, ein Stück weg von uns waren zwei Artgenossen mit Zweibeinerin. Meine Zweibeinerin hatte kein Interesse an einem Plausch mit ihnen und wollte weitergehen, aber die anderen Hunde schon.

Sie erzählte nachher meinem Zweibeiner, der eine hätte ausgesehen wie der Hund aus Tom und Jerry und der kleine wie die kleine Ausgabe davon. Item, der Kleine kläffte kaum das er uns gesehen hatte und beide rannten auf uns zu. Leider nicht so erfreut wie ich gehofft hatte, ich meine, ich freue mich IMMER, wenn ich andere Hunde treffe.

Jedenfalls waren die nicht freundlich. Der Kleine hat mich angekläfft und der Grosse blöd angemacht. Meine Zweibeinerin hat grad die Leine losgelassen, abmachen konnte sie mich nicht mehr. Ich versuchte mich in Sicherheit zu bringen, und dem doofen Kerl zu zeigen, dass ich im Fall ein guter Kumpel bin, aber das hat er nicht gecheckt. Meine Zweibeinerin hat mich gerufen, aber der ungehobelte Hund liess mich nicht gehen!

Die andere Zweibeinerin hat zwar auch gerufen, aber der dröge Grosse hatte taube Ohren und der Kleine auch. Sie hat es nicht mal geschafft den Kleinen zurückzunehmen, obwohl sie dauernd um uns herumgerannt ist. Schliesslich kam meine Zweibeinerin und hat den dicken Trottel ein scharfes Nein und Aus und Fertig hingepfeffert und wir sind mit erhobenem Haupt davongegangen, ohne uns umzudrehen. Sofort hat sie mir megadicke Lobesworte gesagt, schön laut, damit die abverheite Truppe das auch mitbekommt. Die andere Zweibeinerin hat gerufen: er wollte nur spielen! Und da hat meine Zweibeiberin zurückgerufen: ja, das hat man gesehen.

Meine Zweibeinerin konnte gar nicht mehr aufhören mich zu loben und fand es eine Frechheit, wie der mich behandelt hat. Mich, ein so feiner, friedfertiger, überhaupt der tollste Hund sowieso. Ich denke, ich kann getrost zwei Striche in meinem Vorschusslorbeerenbüchlein machen, für dann, wann ich mal wieder etwas mache, dass meine Zweibeinerin nicht so amüsant findet.

     

Freitag, 25. August 2017: Tour de Suisse und Fotoshooting

Im Sommer, wenn Frauchen Ferien hat, machen wir eine kleine Tour de Suisse und besuchen Greenriverhunde. Das ist ganz toll, denn diese sind in der ganzen Schweiz verstreut und so kommen wir immer wieder zu spannenden, neuen Spaziergängen. Bereits im Frühling sind wir ins Welschland gefahren an den Genfersee und haben Iona und Faramir in Lausanne und Mamas Schwester Lana in Prangins besucht. Dann waren wir im Schaffhausischen bei Caro und im Baselbiet bei Cheyenne. Diesen Sommer ging's dann zuerst ins Emmental zu Zoro (er hat mich geliebt und immer abgeküsst), danach waren wir im Dauerregen im Glarnerland bei Islay (die ist eine wahre Schönheit geworden, was sie eher von ihrem Papa als von mir hat) und schliesslich im Appenzellerland bei Rasco. Dort haben wir einen Spaziergang gemacht durch ein verwunschenes, märchenhaftes Täli mit Bach - war einfach megatoll. Ging allerdings immer rauf und runter - das sei scheint's so im Appenzell. 

Also ich kann nicht glauben, dass das meine Kinder waren, die wir da besucht haben - die sind ja schon so gross, einige grösser als ich. Das kann doch nicht sein, eben waren die doch  noch so klein und haben ehrfürchtig zu mir aufgeschaut. Davon war jedenfalls gar nichts mehr zu spüren.  Na ja, die heutige Jugend ...

Ende Sommerferien fuhren wir zurück ins Emmental, diesmal nicht auf Besuch sondern zum Fotoshooting. Frühmorgens mussten wir schon los, damit das Licht gut ist. Hat mir gar nicht gepasst, diese Fotografiererei, hab mich geschämt, denn ich sehe aus wie ein Nackthund oder schlimmer noch, wie ein Labrador. Denn nach meinen Babies habe ich alle Haare verloren. Frauchen sagt, die wachsen wieder nach - aber das dauert ganz schön und ich beneidete meine kleine "Schwester" Gypsy mit ihrem tollen, tiefdunkelbraunen Fell, die einfach grossartig aussah. Aber die Bea, unsere Fotografin, ist ein echter Profi und hat uns alle ins rechte Licht gerückt und es gab entzückende Fotos - sogar von mir. Ich bin jetzt der Bildschirmhintergrund von Frauchen und darauf bin ich megastolz.

 

 

Samstag 5. August 2017: Kimi der Opportunist und Manipulator hat seine Zweibeinerin fest im Griff

Ich habe mich zu schreiben verweigert, weil meine Zweibeinerin meinte, sie hätte eine Menge mehr zu erzählen als ich!

Das war so: es ging um den Spaziergang. Nicht immer, aber eben doch oft genug, würde ich gerne woanders lang laufen als meine Zweibeinerin. Da bin ich dann einfach stehengeblieben und das Wer-hat-den-längeren-Atem-Spiel war eröffnet. Klappt nicht immer, aber wenn doch, dann gibt es prima Spaziergänge. Die sind dann auch viel länger, man kommt ordentlich rum.

Dafür habe ich sie heute belohnt: weil ich mega brav im Wald ohne Leine mit ihr spaziert bin, ist sie mit mir ins Unterholz und hat mich führen lassen. Das war toll. Einmal habe ich sie ein bisschen abgehängt, sie kommt nicht so gut unten durch, wenn da Äste quer hängen. Da bin ich aber subito zurück und habe sie wieder abgeholt.

Anscheinend hat sie das so gefreut, dass sie gleich nochmals mit mir ins Unterholz abgebogen ist, anstatt auf der Waldstrasse weiter zu laufen.

So hin und wieder muss man seine Zweibeiner auch mal belohnen, dann läuft alles nach Plan!

 

 

Dienstag, 11. Juli 2017: Strategien oder wie man Zweibeiner "wach starrt"

Anstatt mir in meine schönen, treuherzigen Augen zu blicken, schaut sich meine Zweibeinerin Orlas Babys in diesem kleinen Kasten an. Überhaupt schaut sie oft in diesen Kasten. Wenigstens sitzt sie bei mir auf dem Sofa und krault mir den Nacken, oder den Bauch. Aber ich merke schon, dass sie noch etwas nebenbei macht.

Ich habe drei Strategien, wenn ich Aufmerksamkeit möchte:

Erstens setzte ich mich direkt vor sie und starre sie an. Manchmal habe ich auch schon das passende Spielzeug dabei.

Zweitens, wenn wir auf dem Sofa sitzen, schiebe ich meinen Kopf unter ihren Arm und drücke ihn nach oben.

Drittens, auch auf dem Sofa, ich setze mich auf sie.

Mein Blick ist durchaus magisch, ich kann meine Zweibeinerin auch nachts so aus dem Bett holen. Ich setzte mich vor das Bett und starre sie wach! Das funktioniert!

 

Sonntag, 2. JUli 2017: Heissa es ist Littering-Zeit oder Greenriver Greenspan

Es hat wieder Litter zuhauf, auch "Ghüder", "Güsel", kurz Abfall genannt. Man glaubt ja nicht, was die Leute 

an offiziellen und weniger offiziellen Grill- und Picknickstellen alles so liegen lassen: Eine halbe Bratwurst hier, 

ein Päckchen Pommeschips dort, hier ein Mohrenkopf und da ein Stück Brot. Ich bin nicht heikel und nehme

(fast) alles. Frauchen regt sich jeweils fürchterlich auf über diese Sauerei, besonders wenn neben der Grillstelle 

noch ein riesiger leerer Container steht. Manchmal fragt man sich, wie das bei diesen Leuten zuhause aussieht. 

Wenn das genau so ist wie auf dem Grillplatz, würde ich da gerne wohnen. Viele werfen ihr Zeugs einfach 

irgendwo in die Büsche nach dem  Motto aus den Augen aus dem Sinn, bloss nicht zum nächsten Abfalleimer 

tragen. Kein Problem, mit meiner superguten Spürnase finde ich auch das. 

Zur Zeit komme ich immer grün gesprenkelt aus den Büschen. Sieht aus als hätt ich grüne Masern oder Grünspan

im Fell. Auf dir wächst noch mal ein Baum, sagt sie dann oder mein "Greenriver Greenspan". Dabei sollte sie 

eigentlich wissen, dass Grünspan auf englisch copper rust heisst und "Greenspan" lediglich ein Nachname von so 

einem amerikanischen Wirtschafts-Fuzzy ist. 

Gestern hab ich es wieder mal geschafft: Ich bin abgehauen! Die Leute aus Wien haben Sally (die jetzt Suri heisst),

eines meiner Babies, abgeholt. Und bevor sie mit der Kleinen in österreichische Gefilde davonsegeln konnten 

(sie heisst nämlich "Sail away with Sally"), blieb die Haustüre eine Sekunde zu lange offen und schwupps war 

ich über dem Bachbei Nachbars Kompost. Tags darauf hat sie dann gesehen, was ich gefressen habe: Melonen - 

die Kerne kamen nämlich unverdaut wieder raus. Was wenn jetzt eine Melone in dir wächst? hat sie gefragt. Hmmm

kann auch nicht schlimmer sein, als neun Welpen im Bauch, aber wenn es raus kommt, kann man's essen.

 

 

Sonntag, 25. Juni 2017: Wie man Zweibeiner bewegt (auch bei Hitze)

Zur Zeit mache ich das, was auch ihr alle macht: flach und ausgestreckt auf der kühlsten Stelle des Bodens liegen.

Auf eben diesem ist viel Platz, es liegen fast keine Sachen von mir rum, weil ich nämlich zu faul zum Spielen bin.

Ich habe zwei Körbe mit meinen Sachen. Wenn ich finde, es ist an der Zeit um zu spielen, oder besser gesagt, der Zweibeiner braucht Bewegung, dann grüble ich in meinen Körben, bis ich das optimale Ding gefunden habe. Dann stehe ich damit vor meinen Zweibeiner. Das funktioniert recht gut.

Es macht aber auch sonst Spass ein bisschen in den Körben zu stöbern, ab und zu muss Hund ja schauen, was alles da ist.

Meine Leidenschaft jedoch sind Tücher. Wenn meine Zweibeinerin mit einem Lappen über all die grossen Sachen wischt, oder die durchsichtigen Wände putzt, dann stehe ich daneben oder drängle mich dazwischen und ergreife die Gelegenheit zu einem kleinen Zweikampf. Hey: da spielt sie ganz alleine mit den tollen Lappen, ist doch lustiger, wenn ich mitmache, oder?

Oft spaziere ich auch in den unteren Teil unseres Baus, dort sind die zugänglichen Tücher. Ich kann ganz unbemerkt an den Zweibeinern vorbeischleichen und zupfe ganz sorgfältig ein dickes Tuch aus einer Beige. Oder ich schleppe den Badezimmerteppich an. Ich staple meine Beute gerne zu einem Haufen auf meiner Matte oder im Garten.

Und wenn die Zweibeinerin alles einsammelt, dann können wir um jedes Stück ein bisschen kämpfen!

 

Sonntag, 4. Juni 2017: Leben ist anstrengend!

Orla ist beschäftigt, sprich: im Mutterschaftsurlaub.

Auch ich bin beschäftigt und zwar jeden Tag. Solidarisch wie ich bin, stehe ich (manchmal) mit meinen Zweibeinern auf. Ab und zu kuschle ich mich noch kurz auf dem noch warmen Zweibeinerkopfkissen hin. Aber sonst wechsle ich aufs Sofa und warte. Dann muss ich auch schon mit einem der Zweibeiner raus. Was tut man nicht alles für die Fitness der Zweibeiner! Ich muss euch nicht erst erklären, wie beschäftigt wir draussen sind. Dann ist Fressen angesagt und auch da ist Einsatz gefragt, darüber haben wir schon gesprochen, Fressen zieht sich rund um die Uhr und Hund muss echt dafür arbeiten für die paar Brocken. Im und ums Haus muss bewacht und überwacht werden. Ich muss den Postboten anmelden und der der Pakete bringt. Muss durchgeben wenn die kleinen Zweibeiner kreischend am Haus vorbeirennen. Muss melden wenn unten eine Autotür zugeschlagen wird. Sowieso jedes Geräusch kommentieren. Draussen ist es ebenso anstrengend. Freche Vögel müssen vom Rasen vertrieben werden, Nachbars Katzen begrüsst und fremde verbellt werden. Ich muss alle Vorbeigehenden mindestens begutachten. Ich komme wirklich kaum zu einem Nickerchen! Dazwischen Gutis betteln, die Zweibeiner für ein wenig Bewegung nach draussen holen, die sind ja so faul! Ohne mich kämen die kaum an die frische Luft.

Nicht zu vergessen den ganzen emotionalen Kram, den ich bieten muss! Die Zweibeiner scheinen nur abschalten zu können, wenn ich mich zu ihnen ins Bett, aufs Sofa oder auf den Stuhl quetsche und mich streicheln und flattieren lasse. Ich mag das ja auch, gebe ich zu, aber die Zweibeiner ebenso: Sie haben dann eine ganz weiche Stimme und ziehen die Laute in die Länge. Dann grummle ich zustimmend zurück.

 

Montag, 22. Mai 2017: Ich bin ein Triffle

Triffle-Dessert

Orla ist ja mächtig beschäftigt und so wie es aussieht nimmt sie ihre Mutterrolle richtig ernst. Ich mag kleine Hunde, also auch Babies, aber den ganzen Tag?

Meine Zweibeinerin hat lange überlegt, welche Süssigkeit zu mir passen würde und anstatt mit mir etwas leckeres auf dem Sofa zu teilen, hat sie im Internet nach englischen Gutis gesucht. Sie hat mir erklärt, dass da nicht viel zu entdecken sei, da hätten die Franzosen mehr Auswahl. Das sagt mir gar nichts. Fressen ist Fressen, völlig egal woher. Dennoch ist sie fündig geworden: ich bin ein Triffle.

Das ist ein mehrschichtiges Dessert, bisschen was knuspriges, was fruchtiges und was cremiges. Das passe total gut zu mir, ich würde auch nicht aus nur einer Schicht bestehen. Da gäbe es durchaus eine Knabberschicht. Und sie findet, Triffle klinge Schlitzohrig. Was soll ich dazu sagen? Dass sie keine Ahnung hat?

Aber was soll's. Ich bin ein äusserst grosszügiger Hund: wenn es sie glücklich macht, dann bin ich es auch!

 

 

Sonntag, 30. April 2017: Wer bringt mir einen Muffin oder ein Brownie?

Wie ein tonnenschwerer Mehlsack, genau so hab ich mich gefühlt. Ich hatte nicht mal mehr Lust im Gebüsch nach Fressbarem zu suchen. Bringen wir es einfach nur schnell hinter uns mit diesem Spazieren. Am Mittwoch wollte ich gar nicht mehr aus dem Auto aussteigen. Musste aber trotzdem! Ein bisschen Bewegung tut dir gut, sagte sie, dann geht alles leichter. Was bitte sollte denn da leichter gehen??? Aber kurz darauf wurde langsam klar, worauf das hinaus lief: Ich musste hecheln, wollte ständig zum  Pinkeln nach draussen, war unruhig, machte Nester mit meinen Betttüchern. Meinen Appetit hat es allerdings nicht geschmälert (das denn doch nicht). Dann kam das Frauchen meiner besten Hundefreundin Easy und es ging los. Ruckzuck zack zack kam mein erstes Baby auf die Welt und mir fiel wieder ein, weshalb ich Bauchschmerzen hatte. Nach vier Stunden waren sie alle da, mein fünf Buben und vier Mädchen. Sie sind wirklich zuckersüss, deshalb hat Frauchen sie wohl nach Süssigkeiten benannt. Ich aber würde die Süssigkeiten lieber fressen  (also nicht meine Babies), aber gegen einen Muffin oder ein Brownie hätte ich nichts einzuwenden, denn der Heisshunger hat sich noch nicht gelegt. Hab ich wohl an meine Kinder vererbt, die hängen auch ständig an meinen Zitzen.

 

Ostermontag, 17. April 2017: Runaway

Das Überspringen (oder unten durch kriechen, wie's halt grad passt) des Zauns ist definitiv eine Sache, über die wir und unsere Zweibeiner unterschiedlicher Meinung sind.

Meine Zweibeiner haben etwa gleich reagiert wie Barbara. Sie wirkten sehr erleichtert, als ich angerannt kam oder sie mich brav sitzend vor der Haustüre fanden. Ebenso wurden vermeintlich ausbruchseinladende Stellen im Zaun bearbeitet. Logisch, sag' ich nicht wo und wie ich ausgebüxt bin. Wäre ja schön blöd.

Und ich hatte eine Zeit lang nur begleiteten Ausgang in den Garten. Aber das passt mir sehr: Ich mag es, wenn ich nicht alleine im Garten bin.

Aber: gehen unsere Zweibeiner nicht jeden Tag einfach so aus dem Haus? Ohne uns?

Es muss also auch für sie Sachen geben, die sooo toll sind, dass sie weggehen, so interessant, dass sie uns vergessen!

Hey, die machen das um ein Vielfaches öfter als ich und sie bleiben wirklich immer länger weg als ich. Mache ich einen Aufstand deswegen? Nein. Ich freue mich ganz toll, wenn sie wieder ins Haus kommen. Von meinem Verhalten könnten sie sich echt mal eine Scheibe abschneiden!

 

Mittwoch, 12. April 2017: Satansbraten

"Du Satansbraten!!!" entfährt es ihr. Sie hat tatsächlich Satansbraten zu mir gesagt! Ich habe sie 

völlig verdattert, beschämt, reumütig angeschaut - da tat es ihr auch schon wieder leid. Ja okay, 

ich bin abgehauen.Über den Zaun in Nachbars Garten. Unter meinen vier Vorgängerinnen hatte das 

noch keine gewagt. Aber ich hatte solchen Kohldampf und habe gesehen, dass die Schildkröten 

auf der anderen Seite Erdbeeren gekriegt haben und da dachte ich .... gut, ich hab mir nichts dabei 

gedacht. Und es ist nicht das erste Mal. Schon im letzten Dezember habe ich den Fuchs aus meinem 

Garten gejagt und ward nicht mehr gesehen, alles pfeifen und rufen hat nichts genützt, ich blieb 

verschwunden. Es war schon nach 22 Uhr und zappen duster. Frauchen hat nicht geschimpft, sie war 

wohl heilfroh, dass ich wieder heimkam. Nach dem dritten Mal durfte ich nur noch mit langer Leine 

in den Garten. Und da war er wieder: der Fuchs (oder vielleicht auch nur eine Katze, wer kann das 

schon sehen wenn es stockdunkel ist). Und schwupp war ich auf der anderen Seite des Zauns. Da

hat sie gemerkt, dass ich unter dem Zaun hindurch gekrochen bin. Am nächsten Tag haben sie und 

Bruno den Zaun neu gespannt und befestigt - das wars dann mit der nächtlichen Fuchsjagd. 

Aber der alte Zaun zum Nachbarn hat Entwicklungspotential: Unten und oben durch geht ganz leicht, 

sogar wenn man schwanger ist. Bruno rückte wieder mit schweren Gerätschaften an - der Zaun 

wurde so gut es ging verbarrikadiert. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich wieder einen Durchschlupf 

finde, irgendwann.

 

Sonntag, 2. April 2017: Schätzeli, Knopper, Kimber, Stinker und Co

Hey, gratuliere meinen Schwestern und Brüder nachträglich auch noch zum Geburtstag!

Meine Zweibeinerin hätte ihn glatt vergessen, wenn nicht Mamas, Orlas und Barbaras Geburtstagsmail gekommen wäre! Da hatte sie aber ein schlechtes Gewissen! Recht so.

Und natürlich gratuliere ich Orla, dass "es" geklappt hat mit dem Schönling. Hoffentlich steckt mehr in deinem Galan als gutes Aussehen, Hund braucht wirklich Grips, um sich das Leben einträglicher zu gestalten.

Spannend wird es sein, zu verfolgen, was sich Barbara wieder für Namen ausdenken wird. Meine Zweibeinerin fand die Inselgeschichte witzig und sie findet es auch interessant zu schauen, was für "richtige" Namen unsere Nichten und Neffen dann bekommen. Ich bin ja Kimi, und klar werde ich meinem Namen gerecht. Schon in diesem ollen Pflichtkurs sagte der Leiter Powerhund zu mir.

Aber! Wie brav brauchen eure Zweibeiner denn die Namen, die sie euch gegeben haben? Draussen, dort wo Menschen speziell gut dastehen wollen, bin ich Kimi.

Zuhause, oder wenn draussen niemand zu sehen ist, bin ich mehrheitlich Schätzeli.

Dann wären da noch Knopper, Kimber, Stinker, und zwei Bezeichnungen die ich nicht wiedergeben möchte.

Also los: erzählt dem lieben Bruder/Onkel Kimi, wie sie euch so benamsen!

Ich finde übrigens dass Orla eine richtige Orla ist. Passt perfekt.

 

Samstagt 25. März 2017: Schwarze Löcher

Das ist die Leber und die Niere, die Milz. Frauchen schaut interessiert und nickt bedeutungsvoll. Dabei hat sie keine Ahnung. Alles was sie sieht sind schwarze Flecken auf grauem Hintergrund. Derweil fährt Herr Gardelle weiter mit dem Stick, auf dem es eine klebrige Masse hat, auf meinem Bauch rum. "Uiii", sagt er, "die Blase ist ja riesig!" Ist doch klar, hatte keine Zeit zum pinkeln. Musste erst das Sauohr fressen und dann sofort wieder rein, weil Frauchen doch die grillierte Cervelat vom Vortag ass und ich treuherzig drein blicken musste, damit sie mir etwas abgibt (hat auch geklappt). Oh Mann hab ich zur Zeit einen Heisshunger! "Ja, da sehe ich eines" sagt Herr Gardelle weiter, "und da noch eines" ... Frauchen lächelt jetzt, denn sie sieht, dass die schwarzen Flecken pulsieren und es aussieht wie Korallentiere im Meer, die sich in der Strömung bewegen. Bum, bum, bum höre ich den Herzschlag meines Babies und nicke ein. Dann krieg ich ein Leckerchen (:-D) und wir gehen entlang der Suhre spazieren. Und jetzt kann ich es endlich "fahren" lassen. Hey, Kimi, Du wirst wieder Onkel!

 

Montag, 20.3.2017 Gastbeitrag unserer Schwester Tana 

Hallo Mama, Orla und Barbara

Herzlichen Dank für Eure Geburtstagswünsche. Heute hatte ich mir selber einen Geburtstagswunsch erfüllt, jedoch gar nicht zur Freude von meinen Menschen. Ich habe die Gelegenheit genutzt und mich wieder einmal fein parfümiert. Offenbar hatte ich den Geschmack von Trix und Hans-Peter gar nicht getroffen. Nach dem Spaziergang musste ich ohne wenn und aber sofort unter die Dusche. Gut sie haben mich, damit ich nicht das ganze Bad unter Wasser setze, mit einer leckeren Hundewurst zum brav hinhalten bestochen. Am Nachmittag traf ich dann noch meinen Bruder Owain zum Spazieren. Zu meinem Leidwesen musste ich die ganze Zeit an der Leine gehen, da bei uns die meisten Wiesen "gegüllt" sind. Zum Glück wurde ich von Marlies noch beschenkt mit einem Hasenohr, das hat mich über den Leinenzwang etwas hinweg getröstet.

Ach ja, gestern hatte ich die Prüfung zum Therapiehund bestanden. Ihr könnt Euch ja vorstellen wie stolz Trix auf mich war.

 

Sonntag, 19. März 2017: Ein bisschen schwanger?

Heute ist mein vierter Geburtstag, und natürlich auch der von Kimi und den anderen Geschwistern. Wir sind eben echte Sonntagskinder. Gut, zugegeben es war 2013 ein Dienstag, aber ein ganz wichtiger Tag! Da musste z.B. Jérôme Cahuzac  wegen des Vorwurfs des Steuerbetruges als Haushaltsminister zurücktreten (was, ihr wisst nicht wer dieser Jérôme Dingsda ist? Was für eine Wissenslücke!), Papst Franziskus wurde ins Amt eingeführt und das Containerschiff Guangyangxingang sank nach zweitägiger Havarie  an der Taozi Bay (die kennt ihr sicher von den letzten Ferien, ist ja so bekannt wie die Adria). Aber das wichtigste: In Küttigen 47°24′56″ Nord und 8°02′51″ Ost kamen acht Edelsteine auf die Welt: 

Ein Topas (Topas), ein Diamant (Diamond), ein Rosenquarz (Molly), ein Rubin (Ruby), ein Saphir (Tana), Emerald der Smaragd (Owain), mein Bruder Kimi war Smoky der Rauchquarz und ich war Amber der Bernstein. 

Dann kriegten wir so saublöde Stammbaumnamen wie Orric, Oberon, Oleasa, Oonagh, Onóra, Owain, Oakley und Orla. So eine Furzidee - der ganze Edelsteinglanz dahin!

Tante Brigitte versprach mir zum heutigen Geburtstag eine Stunde ohne Leine im Wald, wo ich hätte nach Herzenslust herumjagen können. Aber Frauchen hatte dafür kein Musikgehör. Immerhin gab es einen extra Geburtstagsteller mit Leckerchen. Bis Frauchen aber die Kamera vorbereitet hatte, hatte ich schon alles verschlungen. Sie war sauer und ich hoch erfreut, denn jetzt musste für das Fotoalbum die Prozedur wiederholt werden. "Bist Du eigentlich ein bisschen schwanger?" fauchte sie. Ich sah sie verständnislos an .. obwohl zur Zeit habe ich wieder dauernd Kohldampf und ich gebe ungern zu: Sie ist im Agility wieder schneller als ich. Ob das Anzeichen sind?

 

 

 

Samstag, 4. März 2017: Sch ... auf die Nackenwirbel!

Da bin ich doch schon zu spät um Orla wegen ihrem Auge zu bedauern!

Kaum aus dem OP verdreht sie den Kollegen im Norden die Köpfe!

Lass' dir gesagt sein, liebe Schwester: wann immer man dir in die Augen schaut ist es nie, weil sie schön sind! Du kannst mir glauben.

Klar haben wir schöne Augen, keine Frage, aber die Zweibeiner, allen voran die Ärzte, interessiert das überhaupt nicht. Hängelider hätten wir! Ja, das musste ich mir doch tatsächlich anhören, als ich mal wieder eine Augenentzündung hatte. Als ob wir so aussehen wie diese Schlaftablette von einem Hund aus Columbo!

Meiner Zweibeinerin hat das auch nicht gefallen, sie hat den Mund zusammengepresst, was sie immer macht, wenn jemand an mir rummäkelt.

Das du den Kragen nicht tragen wolltest, verstehe ich völlig. Mir geht das mit dem Brustgeschirr so. Wie ich das hasse! Da nützt es auch nichts, dass mir Sabine immer und immer wieder erklärt, das sei für meine Nackenwirbel viel besser. Sch... drauf. Wenn sie auch nur in die Nähe von dem Ding geht, gehe ich ans andere Ende der Wohnung.

Dreimal darfst du raten, wer jeweils gewinnt.

Überhaupt: warum versuchen es die Zweibeiner immer und immer wieder, wo doch glasklar von Anfang an feststeht wer gewinnt?!

 

 

 

Dienstag, 28. Februar (Fortsetzung vom 22.2.): Irrungen und Wirrungen der Liebe

Kragen und Katze

Als ich wieder aufwachte, hatte ich so einen komischen Kragen an. Mega unbequem! Zum Glück holte Frauchen mich trotz der späten Stunde wieder heim, es war schon stockdunkel. Jetzt aber weg mit dem Kragen, dachte ich. Aber Frauchen hatte kein Erbarmen, der Kragen blieb. Also genau genommen 20 Sekunden lang (oder weniger). So lange braucht ich zu Hause, um ihn abzukriegen. Wir waren also im Krieg, Frauchen und ich, sie zog ihn mir an, ich zog ihn gleich wieder aus. Sie seufzte und schliesslich gewann ich, der Kragen blieb ab. 

Bereits am übernächsten Tag fuhren Frauchen und ich nach Deutschland. Ich habe ja schon wieder ein bisschen geübt mit Mama (die wollte aber nicht so recht) und dann mit der Katze. Die fand es zuerst toll, dass ich sie ableckt und versuchte zu decken, aber allmählich wurde es ihr dann zu viel und sie fauchte mich an. Also nichts wie hin zum Lover. 

Und er war so schnuckelig und süss, so galant und lustig. Er hat mir sooooo gefallen. Ich ihm irgendwie auch, aber eben, es klappte einfach nicht mit uns beiden. Und so kam es, dass die Frauchens immer frustrierter wurden und wir Vierbeiner auch nicht mehr so recht weiter wussten.

Schliesslich sind wir dann weggefahren in ein Tierferienheim mit Namen "Hund herum". Hat mega fein gerochen dort und mir gefallen. Plötzlich kam ein gestandener Rüde, und ehe ich mich versah und merkte, dass es gar nicht der "Schnüggel" war, hatte er mich auch schon gedeckt. Ich erinnere mich, wie meine Grossmama Juna mal geschrieben hat, sie hätte extra ein paar Brocken Schwedeisch gelernt, damit sie sich dann mit dem schwedischen Deckrüden auch unterhalten kann. Doch dem wär das ganz egal gewesen und er hätte "nur das eine" gewollt. Muss an der Nationalität liegen.

Also der Schwede "Fudge" (immerhin ein süsser Name) soll nun der Papa meiner Babies werden. Wir werden sehen. Einmal mehr: Fortsetzung folgt". Aber jetzt ist dann wieder mal mein Brudern dran beim "bloggen".

 

 

Mittwoch, 22. Februar 2017: Der Handyman-Doktor oder Ein Dorn im Auge

Eigentlich gehe ich gerne zum Tierarzt. Meist kriegt man da ein feines Leckerli und deshalb bin ich immer ganz brav. Es war also mal wieder soweit. 

Ich brauchte eine Tollwutimpfung, damit wir im Herbst nach Schottland fahren können. Ach ich kann's gar nicht erwarten, all die Fasanen, Rebhühner und Hasen! 

Der Pick tat auch gar nicht weh und die junge Tierärztin nannte mich "Joghurtschnäuzchen" :-D. Zehn Tag später, andere Klinik, anderer Tierarzt, ich muss zum Augentest für die Zuchtzulassung. Alles prima, aber dann macht der Tierarzt doch tatsächlich ein Foto meines Auges mit dem Handy. Wow, dachte ich, was ich wohl für wunderschöne Augen habe. Und ich sah schon, wie der Tierarzt das Foto ausdruckt, rahmt und sich übers Bett hängt. "Sehen sie es?" fragt er. Frauchen bekommt Glubschaugen, ihr Pupillen weiten sich ... (also wer muss hier eigentlich zum Augenarzt?), dann sagt sie "oh" und dann "Oh jeh". 

"Sie hat einen Dorn im Auge" sagt der Handyman (immerhin sagt er nicht ich sei ihm ein Dorn im Auge). Wir sind dann schnell gegangen, ohne Leckerli. 

Vier Tage später, bei meinem Lieblingstierarzt: Er nimmt mir Blut für den Progesterontest (mit Leckerli). Dann gibts einen weiteren Pick, die Herpesimpfung. Jetzt ist aber wieder für eine Weile genug Tierarzt, finde ich. Aber denkste! Das Unheil bahnte sich schon am nächsten Tag am Mittag an. Es gab kein Sauohr zum Knabbern! Die Sauohren werden doch wohl nicht ausgegangen sein, wo doch nächste Woche meine Cousine Mila extra deswegen aus Schottland anreist. Nun, wie sehr Mama und ich uns auch bemühten, es gab nicht mal den klitzekleinsten Keks. Alles betteln, 

traurig schauen und so, nützte nichts. Dann schleppte sie mich doch tatsächlich wieder in die Klinik von dem Handyman-Doktor. Was jetzt, dachte ich, noch ein Foto meines wertvollen Augapfels? Aber dann liess sie mich einfach alleine und mit knurrendem Magen dort zurück. Sie sperrten mich ein und nach einer Ewigkeit kam der Handyman-Doktor, gab mir eine Spritze und ich schlief ein. Fortsetzung folgt ...

 

 

Samstag, 18. Februar 2017: Man ist, was man isst

Orla hat das Stichwort gegeben: Den dringend benötigten, weltumspannenden Hundegerichtshof. Ich hätte das Thema sowieso angeschnitten, es kann nicht genug durchgekaut werden: Fressen. Es ist immer zu wenig und immer das Gleiche.

Wir, meine Schwestern und Brüder, sind nicht wie unsere Zweibeiner immer erzählen, doofe Allesfresser, die völlig wahllos jeden Dreck (O-Ton der Zweibeiner ) fressen.

Wir tun das durchaus selektionistisch, jeder hat da ja seine Vorliebe, und auch aus der Not heraus, mehr zu bekommen, als uns Daheim in den Napf gekippt wird. Meine Leute sind sicher bemüht, aber bei Weitem noch nicht dahingehend erzogen, wie ich mir das vorstelle.

Dass wir Flats keine tumben Fressmaschinen sind, könnt ihr beweisen, indem ihr es wie ich macht: Das Futter im Napf nicht anrühren, vielleicht aus einem halben Meter Entfernung schräg anschauen, und dann langsam im Rückwärtsgang weg. Als könne es einen anspringen. Traurig dreinschauen und einen vorwurfsvollen Blick an den Zweibeiner schicken, der das Fressen serviert hat. Wenn ich das mache, dann landet garantiert noch etwas leckeres aus dem Kühlschrank als Anreiz im Napf.

Hängen euch die ewig gleichen Knabberdinge zum Hals heraus? Dreht das nächste Mal einfach den Kopf weg, wenn euch das Ding hingehalten wird. Meine Leute kramen dann im Leckerlischrank nach einer Alternative und beim nächsten Einkauf wird garantiert etwas Neues mitgebracht.

Gerne nehme ich eure Strategien entgegen, man kann nie genug im Schauspielrépertoire haben.

 

Dienstag 14. Februar 2017: Chanel No 5- Tag

Seit drei Tagen bin ich läufig. Das hat zur Folge, dass nicht nur mein Hintern gut riecht sondern auch mein Gehör gehörig nachlässt - muss irgendwie gekoppelt sein. Jedenfalls höre ich dann Frauchens Befehle (besonders die Appelle) nicht mehr so gut - genau genommmen gar nicht. Jedenfalls nicht, 

wenn mir ein wunderbarer Geruch in die Nase steigt. Ich also nichts wie hin und wälze mich im Parfum was das Zeug hält. Schliesslich ist Valentinstag und da will man als Frau ja die Aufmerksamkeit der feschen Rüden auf sich lenken. Als ich dann zurück kam, hat Frauchen sich nicht mehr einkriegen können und die Nase zugehalten. Versteh ich nicht, sie sprüht sich doch auch andauernd so Dingsbums an (mit Verlaub, grauenhaft übel riechend),das ist eben nun mein Chanel No 5!

Zuhause hat sie mich erst mit Ketchup eingerieben (alter Jägertrick, sagt sie, bannt den üblen Geruch). Das wär ja noch gegangen, aber dann schäumte sie mich auch noch mit Shampoo ein so dass ich roch wie ein Coiffeurladen für Zweibeiner. Mann hab ich mich geschämt, Leute ich hab danach ja so was von gestunken!  Hab mich kaum auf den Nachmittagsspaziergang getraut. Was nur all die anderen Hunde denken ... sie werden mich meiden ...

ich werde diskriminiert! Gibts da eigentlich in Strassburg keinen Europäischen Gerichtshof für Hunderechte?

Die Hunde sind dann auf dem Spaziergang trotzdem gekommen (ich hab aber schon gesehen, wie sie die Schnauze verzogen haben ob meines Geruchs), denn meinen Hintern fanden sie trotzdem interessant. Aber hey, Boys, das geht mir (im Moment noch) so was von am A...  vorbei!

 

 

 

Donnerstag 9. Februar 2017: Neue Freunde

Mein Highlight begegnet mir auf fast jedem Morgenspaziergang!

Ich laufe an einem Gehege mit pelzigen Tieren vorbei, die riechen super und früher ist Sabine zwar immer dort stehen geblieben und hat wohl mit denen geredet, jedenfalls nehme ich das an, weil ich dort mit meinem Geschäft beschäftigt war.

Obwohl, so klar ist das nicht. Sie spricht, als ob sie mit mir spricht, sagt Schätzeli und braaav und so.

Aber erst Bernhard hat mich zu den duftenden Tieren gelassen, bevor sich auch Sabine zu ihnen hingetraut hat. Und das ist ein Riesenspass!

Die kommen alle zu mir hingelaufen, drängen sich ganz nah an die Stangen, stecken ihre Köpfe durch, oder ich stecke meinen durch und dann schlecken wir uns gegenseitig ab!

Meine Leute sind diesbezüglich recht einseitig.

Ich schleck sie schon ab, aber es scheint ihnen nicht recht zu gefallen. Und es gibt Stellen, wenn ich die erwische, und ich erwische sie, denn ich bin so was von schnell, dann geben sie hohe Laute von sich und manchmal gehen sie zu dem Ding aus dem Wasser kommt und machen sich gleich nochmals nass!

Soll einer die Menschen verstehen, da hat Orla voll recht.

Also, ich liebe meine neuen Freunde. Ich renne dann rauf und runter, damit alle an mir schlecken können und ich an ihnen, ist so, als würde Roger Federer an seinen Fans vorbeilaufen. Und schon klar, ich bin Roger!

Und dann gehe ich zum zweiten Gehege, denn dort warten die anderen schon und alle wollen sie mich!

 

 

Montag, 6. Februar 2017:  Apporgility

Denise ist wieder gesund! Ach wie habe ich sie vermisst. Sie ist meine Agility-Trainerin und einfach meganett, sie liebt mich.

Heute also war sie wieder da und ich durfte wieder hüpfen, springen und rennen über Wippe, durch Tunnel und über die Wand. Aber Frauchen ist soooo langsam, immer muss ich auf sie warten. Dann mach ich halt dann noch einen Sprung mehr, damit mir nicht langweilig wird. Das findet sie dann wieder nicht toll und flüstert mir zu, wart nur bis du wieder scheinträchtig bist, dann wollen wir

sehen wer mit dem Parcours zuerst fertig ist. Und ständig verliert sie beim Rennen was: Taschentücher, Handschuhe, Hundespielzeug,

Kappe. Das muss ich dann immer zuerst zurück bringen, bevor es über's nächste Hindernis geht.

Und dann hat Denise so Dingsbums vor die Hindernisse gestellt. Cool, dachte ich, das ist jetzt sicher Apporgility (Apportieren und Agility).

Also habe ich zuerst jeweils das Dingsbums geholt und Frauchen gebracht und dann das Hindernis genommen. War aber irgendwie nicht richtig. Alle haben gelacht und Denise fand mich soooo süss. Die Dingsbums hatten Zahlen drauf und sollten den (vergesslichen)

Zweibeinern zeigen, wann welches Hindernis dran kommt. So was dämliches! Soll einer diese Zweibeiner verstehen.